von unserem Mitarbeiter Klaus Gagel

Michelau — "Nach den Weihnachtsfeiertagen sollen sich alle stressfrei zurücklehnen können und selbst singend oder einfach zuhörend die Musik genießen." So hatte Monika Schilkowsky, die Leiterin des Chors "Cantica Nova", den musikalischen Gottesdienst in der Michelauer Johannes-Kirche angekündigt. Und so erlebten die zahlreichen Gläubigen auch den letzten Sonntag vor der Jahreswende.
Die Kanzel blieb leer, stattdessen lautete das Motto "Adeste fideles laeti triumphantes" oder zu deutsch "Nun freut euch, ihr Christen, singet Jubellieder". Es war gleichsam eine musikalische Nachlese auf das Weihnachtsfest, ein buntes Kaleidoskop alter und neuer Weihnachtslieder, vorgetragen vom Chor aber auch im gemeinsamen Singen mit der Gemeinde.
Mit dem Adventslied "Du Tochter Zion freue Dich sehr" hatte der Chor aus drei Richtungen kommend Einzug gehalten. Als harmonischer, in sich geschlossener Klangkörper präsentierten sich die 21 jungen Frauen vor den beiden festlich geschmückten Weihnachtsbäumen links und rechts vom Altar.
Mit der Klangfolge ihrer Lieder zeichnete der Chor unter der Leitung von Monika Schilkowski noch einmal die wesentlichen Stationen der Heilsgeschichte nach. Auf das "Es ist kein Raum für Dich, mein Kind" folgten der "Stern über Bethlehem" und "Hört der Engel helle Lieder".
Kräftig unterstützt wurden der Chor und die Gemeinde durch Christa Stadler an der großen Kirchenorgel, Eduard Herold an der elektronischen Orgel und Christiane Betz-Grünwald mit ihrer Querflöte.

Lieblingsweihnachtslieder

Man merkte es dem erfrischenden Chorgesang an, dass die Frauen von "Cantica Nova" viele ihrer "Lieblingsweihnachtslieder" in das musikalische Programm aufgenommen hatten. Dazu gehörten natürlich auch so bekannte Weihnachtslieder wie das "Süßer die Glocken nie klingen" aber auch das "Mitten in der Nacht" oder das "Gloria, Hosanna in Excelsis".
Mehr und mehr gipfelten die Liedbeiträge damit in einem Lobpreis Gottes, mit dem auch die verbindenden Worte von Dekan Johannes Grünwald immer wieder aufgegriffen wurden.
Denn die leere Kanzel bedeutete nicht, dass die Gottesdienstbesucher ganz auf das Wort Gottes verzichten mussten. Eingeflochten in die Liedbeiträge nahm Dekan Grünwald zu einem Text aus dem Lukasevangelium Stellung: Der alternde Simeon und die Prophetin Hannah treffen im Tempel auf Jesus, der von seinen Eltern zum ersten Mal in den Tempel gebracht wird.
Für Simeon hat sich das Warten gelohnt und die Prophezeiungen von Hannah gehen in Erfüllung. Beide haben durch ihren Glauben mehr gesehen und vorausgesehen als man eigentlich sehen kann, so der Dekan. "Dieser Glaube öffnet den Himmel, deshalb rufen wir immer wieder Ehre sei Gott in der Höhe."
Alle stimmten am Ende ein in das "Oh du fröhliche", das bekannte Weihnachtslied, das in seiner ursprünglichen Fassung nicht nur einen Bezug zu Weihnachten sondern auch zu Ostern und Pfingsten herstellte.
Noch einmal blühte der Chor so richtig auf bei dem "Little light of mine". Das "Let it shine, let it shine" klang noch lange in den Herzen der Kirchenbesucher nach, die diesen musikalischen Gottesdienst in vollen Zügen genossen hatten.