Ins Land der Träume entführte die Sängervereinigung Bad Rodach ihr Publikum am vergangenen Samstag beim sehr gut besuchten Musical-Abend im Festsaal im Haus des Gastes. Diesmal standen Lieder aus den beiden zauberhaften Musicals "Der Zauberer von Oz" und "Mary Poppins" auf dem Programm.
Die beiden Gesangssolisten Julia Lucas (Sopran) und Martin Siegel (Tenor) konnten ihr ganzes Können ausschöpfen und wurden dabei souverän und einfühlsam von Annerose Röder am Klavier begleitet. Julia Lucas glänzte nicht nur in ihren Gesangspassagen, sondern ihr oblag als Dirigentin auch die Gesamtleitung des Abends.


Das Publikum lernte etwas

Man gab sich aber keinesfalls damit zufrieden, dem Publikum nur die einzelnen Lieder aus den Musicals zu Gehör zu bringen, sondern vermittelte ihm auch den Inhalt der beiden Geschichten. Als Erzähler fungierte Rainer Lucas, der mit seiner sonoren Bassstimme ein Gewinn für diese Aufführung war. Die Zuhörer konnten so der Handlung folgen und wurden in den Bann der Geschichten gezogen, was den Abend zu etwas ganz Besonderem machte.
Im ersten Teil erklangen Lieder aus dem Musical "Der Zauberer von Oz", dessen Inhalt auf dem Kinderbuch des amerikanischen Schriftstellers Lyman Frank Baum aus dem Jahre 1900 basiert und im Jahr 1939 als Musicalfilm mit Judy Garland in der Hauptrolle Weltruhm erlangte. Das wohl bekannteste Lied aus diesem Musical ist sicherlich "Somewhere over the rainbow". Es wurde von Julia Lucas sowohl in einer deutschen Version als auch in der englischen Originalfassung souverän und eindrucksvoll interpretiert und bildete einen Höhepunkt des Abends.
Martin Siegel konnte dann mit den beiden Songs "Wär' ich der König des Waldes" und dem "Lied des Zauberers" das Publikum erfreuen. Diesen Solo-Partien stand der Chor jedoch in nichts nach. Mit großer Leidenschaft sang man die Lieder "Wir ziehen heut zum Zaub'rer", "Jitterbug" und "Stimmen der Hoffnung" und bestach dabei vor allem durch eine sehr gute Artikulation.
Der zweite Teil des Abends war dem Musical "Mary Poppins" gewidmet. Der gleichnamige Film mit Julie Andrews als Mary und Dick van Dyke als Bert wurde 1965 mit fünf Oscars ausgezeichnet.
Auch hier begeisterte der Chor mit Gassenhauern wie "Superkalifragilistisch", "Ein Löffelchen voll Zucker" und "Chim chiminee" und im Zusammenklang mit Julia Lucas beim Lied "Die Vogelfrau". Beim Duett "So ein wunderschöner Tag" konnten dann Julia Lucas und Martin Siegel nochmals ihr ganzes Können in die Waagschale werfen, bevor der Chor mit "Alles, was wir wollen, kann passieren" den Abend beendete. Für diese bravouröse Leistung gab es großen, begeisterten Applaus, so dass die Akteure um eine Zugabe nicht herumkamen. Der Vorsitzende der Sängervereinigung, Werner Zoufal, bedankte sich bei den Mitwirkenden und überreichte kleine Präsente.
Werner Zoufal