Am Samstag, 25. Januar, findet das nächste Konzert des VHS-Musikrings statt: Die Kronacherin Ulrike Maria Gossel musiziert mit dem Vocalensemble Würzburg unter der Leitung von Wilhelm Schmidts. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr im Kreiskulturraum.

Ulrike Maria Gossel besuchte nach dem Abitur in Kronach die Berufsfachschule für Musik Oberfranken. Ihr Cellostudium an der Universität Mozarteum Salzburg bei Prof. Dankwart Gahl und Johanna Picker absolvierte sie mit dem großen Diplom im Konzertfach als Magistra Artium. Parallel nahm sie an internationalen Meisterkursen teil und erhielt ein Erasmus-Stipendium.

Bereits während des Studiums war sie Solocellistin beim World Youth Orchestra, Mitglied der Jungen Österreichischen Philharmonie und Substitutin beim Mozarteum Orchester Salzburg. Es folgten Engagements am Landestheater Coburg, bei der Württembergischen Philharmonie Reutlingen und als stellvertretende Solocellistin der Bad Reichenhaller Philharmonie. Darüber hinaus konzertierte sie als Solistin u.a. mit dem Universitätsorchester Salzburg und der Vogtland Philharmonie Greiz-Reichenbach.

Das  erste gemeinsame Konzert mit Wilhelm Schmidts war genau vor fünf Jahren in Bamberg. Für Ulrike Maria Gossel ist Musik eine Sprache des Herzens, die Zuhörer, Interpreten und Komponisten liebevoll miteinander verbindet.

Wilhelm Schmidts ist künstlerischer Gesamtleiter der Bamberger Universitätsmusik. Als Dirigent des Universitätschores, Universitätsorchesters, Kammerchores und Kammerorchesters der Otto-Friedrich-Universität Bamberg zeichnet er verantwortlich für die überregionale Ausstrahlung der akademischen Ensembles.

Seine dirigentische Ausbildung erhielt er an der Hochschule für Musik in Würzburg bei Prof. Jörg Straube und Prof. Ari Rasilainen als Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und des Evangelischen Studienwerkes "Villigst". Vorangegangen waren ein Studium an der Hochschule für Musik in Cluj-Napoca (Rumänien) und das Studium der Kirchenmusik an der Hochschule für Musik in Würzburg. 2013 übernahm er die künstlerische Leitung des "Vocalensemble Würzburg", mit welchem er anspruchsvolle Chorliteratur aller Epochen erarbeitet. Im November 2019 nahm er mit dem Kammerorchester der Universität Bamberg am 10. Bayerischen Orchesterwettbewerb mit "hervorragendem Erfolg" teil und wird mit dem Ensemble im Mai 2020 am Deutschen Orchesterwettbewerb in Bonn teilnehmen. Als Dirigent und Organist übt Wilhelm Schmidts eine vielfältige Konzerttätigkeit aus und widmet sich mit verschiedenen Ensembles einem breitgefächerten Repertoire. Konzerte führten ihn dabei in die meisten europäischen Länder sowie die USA.

Abseits ausgetretener Pfade widmet sich das Vocalensemble Würzburg der A-cappella-Literatur in ihrer gesamten Bandbreite. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der Musik des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart. Beim "Bayerischen Chorwettbewerb" nahm das Vocalensemble mehrfach mit "hervorragendem Erfolg" teil und wurde dort mit einem Sonderpreis für "Zeitgenössische Chormusik" ausgezeichnet. Zuletzt erreichte der Chor dort 2017 den ersten Platz in der Kategorie "Gemischte Kammerchöre".

Die klangliche Synthese zwischen gemischtem Chor und solistischem Violoncello gehört zu den Raritäten der Musikliteratur. Die Cellistin Ulrike Maria Gossel und das Vocalensemble Würzburg unter der Leitung von Wilhelm Schmidts präsentieren in diesem Konzert unter dem Titel "Cello Vokal" drei solche musikalische Entdeckungen aus jeweils verschiedenen Jahrhunderten.

Ende des 19. Jahrhunderts war der russische Komponist Anton Arensky (1861-1906) einer der Ersten, der sich der exotischen Besetzung für Chor und Violoncello widmete. Arensky studierte bei Rimski-Korsakow in St. Petersburg und war später selbst Kompositionsprofessor in Moskau, wo er namhafte Schüler wie Alexander Skrjabin und Sergei Rachmaninow unterrichtete. Seine "Drei Quartette" für Chor und Violoncello sind kammermusikalische Charakterstücke und zeugen von seiner Meisterschaft im vierstimmigen Satz. Hundert Jahre später schrieb Knut Nystedt (1915-2014) für die gleiche Besetzung sein "Stabat Mater" (1986). Auf überzeugende Weise vermittelt das Werk des einflussreichen norwegischen Komponisten die Verzweiflung und Hoffnung dieses mittelalterlichen Gedichts, wobei sich das ganze Werk um ein dramatisches Cellosolo zentriert. Der zeitgenössische Komponist Ola Gjeilo (*1978) stammt auch aus Norwegen und gilt heute als aufgehender Stern im Bereich der Chormusik. Das Stück "Serenity" (2012) basiert auf dem Text des "O magnum mysterium" und lebt von sphärischen Klängen und schwebenden Harmonien, die von der vokal empfundenen Cellostimme durchleuchtet werden.

Ergänzt wird das Programm mit weltlichen und geistlichen Chorwerken des 20. und 21. Jahrhunderts von Frank Martin, Alfred Schnittke, John Tavener, Peteris Vasks und Eriks Ešenvalds. red