Am Mittwoch, 2. Oktober, findet um 19 Uhr in der St.-Matthäus-Kirche Erlangen das erste große kulturelle Gemeinschaftsprojekt der beiden Partnerstädte Erlangen und Bozen, die gemeinsame Aufführung der H-moll-Messe von Johann Sebastian Bach mit der Kantorei St. Matthäus und dem Haydn-Orchester Bozen statt. Am Freitag, 4. Oktober, wird das Konzert um 20 Uhr in der Klosterkirche Muri Gries in Bozen wiederholt. Als Solisten wirken Franziska Bobe (Sopran), Solgerd Isalv (Alt), Philip Farmand (Tenor) und Florian Dengler (Bass) mit.

Wie es in einer Pressemitteilung der Kantorei heißt, soll mit diesem großen gemeinsamen Konzertprojekt die noch junge Städtepartnerschaft zwischen Erlangen und Bozen mit einem großen Kulturereignis bestärkt werden. Die H-moll-Messe eignet sich hierfür wie kaum ein anderes Musikwerk, schlägt sie doch die Brücke zwischen Katholizismus und Protestantismus, ist durch ihre lateinische Sprache universell verständlich, vereint auch in ihrer musikalischen Sprache die Einflüsse des konzertanten, italienischen Stils mit deutscher barocker Kontrapunktik und gehört nach wie vor zu einem der eindrucksvollsten oratorischen Werke überhaupt.

Seit mehr als einem halben Jahrhundert prägt das Haydn-Orchester von Bozen und Trient die dortige Musiklandschaft. 1960 von den Gemeinden bzw. Provinzen Bozen und Trient gegründet, hat sich das Haydn-Orchester zum musikalischen Aushängeschild der Region entwickelt. Das Repertoire reicht vom Barock bis hin zur zeitgenössischen klassischen Musik. Die zentralen Spielstätten des Haydn-Orchesters sind das Konzerthaus in Bozen und das Auditorium von Trient. Auch auf internationalen Bühnen ist das Orchester ein gerne gesehener Gast: Tourneen führten unter anderem nach Bregenz, Erl, Salzburg, Wien, Japan, in die Niederlande und die USA. Als Chefdirigent gibt Arvo Volmer seit 2012 den Takt an. Künstlerische Impulse erhält das Orchester auch von seinen namhaften Gastdirigenten, darunter Claudio Abbado, Riccardo Muti oder Sir Neville Marriner. Künstlerischer Leiter ist seit 2013 der Florentiner Daniele Spini. In zahlreichen CD-Einspielungen konnte das Haydn-Orchester seine künstlerische Vielfalt und Qualität unter Beweis stellen.

Die Kantorei St. Matthäus, die 1961 gegründet wurde, hat sich seit Jahrzehnten mit der Aufführung großer Oratorienliteratur einen Namen weit über die Grenzen Erlangens hinaus gemacht. Seit 2015 steht sie unter der Leitung von Susanne Hartwich-Düfel. red