Der Großenseebacher Alfred Binner hat vo rein paar Jahren ein Förderprogramm ins Leben gerufen, das für alle Beteiligten eine Win-win-Situation darstellt. Und es läuft im Grunde einfach ab: Binner erfährt von Lehrkräften, mit denen er schon seit vielen Jahren zusammenarbeitet, zum Teil auch von Professoren an Musikhochschulen, dass es wieder einen Schüler gibt, der ein außergewöhnliches Potenzial besitzt und mit viel Ausdauer spielt, allerdings nur auf einem "schlichten" Instrument. Daraufhin sucht Binner die passenden Sponsoren.

Für den erfahrenen Geigenbauer aus Großenseebach ist es wichtig, Menschen zu finden, die ein von Hand individuell gearbeitetes Instrument nicht einfach nur als Geldanlage sehen und schätzen - denn das ist so eine Geige oder ein Cello in jedem Fall - sondern auch die Förderidee dahinter mit leben und die Entwicklung des jungen Musikers mitverfolgen wollen.

Bei dem zehnjährigen Jonas Aly war es ein Ehepaar aus Herzogenaurach. Sie hatten über die Zeitung von dem Förderprogramm erfahren und sich grundsätzlich bereiterklärt hier mitzumachen. Als sie den Jungen zum ersten Mal trafen und erleben konnten, war es beschlossene Sache: "Der soll unser Instrument spielen und kein anderer."

In der vergangenen Woche war es dann soweit. Binner überreichte dem überglücklichen Jonas die für ihn angefertigte Geige, gewissermaßen als vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. Corona bedingt konnten die Sponsoren diesen großen Moment nicht vor Ort miterleben, aber sie waren via Internet live dabei und sahen, wie behutsam und fast liebevoll sich der Junge dem Instrument näherte und dann zum Klingen brachte.

Nun freuen sich die Geldgeber auf das erste kleine Hauskonzert in Landshut und auf weitere Treffen mit ihrem Schützling und dessen Familie. Wer weiß, vielleicht haben die beiden etwas zum Schwingen gebracht, das sich auf andere überträgt.