Die Morgensinfonie und eine Europäische Sinfonie von Volkmar Studtrucker kamen zur Aufführung. Schon ohne die Feierlichkeiten zum Jubiläum der 50-jährigen Partnerstadt mit dem kärntnerischen Wolfsberg wäre dies hörenswert gewesen. Nun war es ein noch ungewöhnlicheres Konzert.
Im Vorfeld der Jubiläumsfeier im Vereinshaus trafen sich die Wolfsberger und die Herzogenauracher in der Stadtpfarrkirche, die einen geeigneten Ort für das Konzert darstellte. Dazu mussten die Vorarbeiten vor rund einem Jahr begonnen werden, um die Akteure unter einen Hut zu bekommen. Denn es braucht ein umfangreiches Orchester und einen großen Chor für die Stücke von Komponist Volkmar Studtrucker, der auch das Dirigat übernommen hatte.


Musiker aus der Region

Die Chorpartie meisterte der Niederndorfer Chor Cantus Vox. Unterstützt wurde er dabei von Projektsängern aus dem Chor "Akord" aus Mielec unter ihrem Chorleiter Thomas Leyer.
Für die Instrumentenbegleitung sorgte das Orchester Klang-Lust unter Bernd Müller. Dieses Kammerorchester wurde 1997 anlässlich des 1. Langenzenner Neujahrskonzerts von Bernd Müller und Markus Simon gegründet. Es besteht aus aktiven Musikern sowie ehemaligen Mitgliedern der Jungen Fürther Streichhölzer, ergänzt von Musikstudenten und Profimusikern. Ursprünglich als Streichorchester konzipiert, wird das Ensemble je nach Werk und Besetzung durch Bläser ergänzt, so auch in Herzogenaurach. Die Solopartien übernahmen die in Herzogenaurach oftmals aktiven und daher gut bekannte Gabriele Dörrfuß (Mezzosopran) und ihr Kollege Markus Simon (Bariton).
Der Komponist und Dirigent Volkmar Studtrucker stammt aus dem Herzogenauracher Ortsteil Niederndorf und begann seine Ausbildung bei dem ebenfalls aus Niederndorf stammenden Pianisten Thomas Fink. Da er offensichtlich Musik in seinem Blut hatte und hat, begann er schon als Schüler bei Gruppen wie Triton und Papa Caliente zu spielen.
Sein eigenes Wirken entwickelte sich zu einer eigenen Sprache im Bereich klassischer und spiritueller Musik. Im Jahr 1997 war die Uraufführung seiner Komposition der "Vier Jahreszeiten".


Brillante Streicher

Es folgte neben weiteren im Jahr 2000 die Uraufführung der Morgensinfonie und 2005 die Uraufführung "Eine Europäische Sinfonie" in Mielec in Polen. Diese beiden Stücke bildeten an diesem Abend das Konzertprogramm.
In der rein instrumentalen Morgensinfonie brillierten die Streicher in ihrem Part, unterstützt von den Bläsern und akzentuiert durch das Schlagwerk.
Die Sinfonia del Diletto, also die "Europäische Sinfonie", nahm den zweiten Teil des Programms ein. Zusätzlich zum umfangreichen Instrumentalpart kam der Chor mit Gesängen in den Sprachen Deutsch, Französisch, Russisch, Englisch und Spanisch zum Einsatz. Durch ihr Zusammenwirken soll eine lebendige Darstellung der gewachsenen Vielfalt der europäischen Völker aufgezeigt werden.
Schon immer war die Musik in der Lage, Brücken zwischen Völkern zu bauen und sie wird dadurch auch ein Symbol für die 50-jährige Partnerschaft zwischen Herzogenaurach und Wolfsberg.