Die coronabedingten Reiseverbote führten zu einem deutlichen Anstieg der Übernachtungszahlen von Touristen aus Deutschland von der Eifel bis zum Bayerischen Wald. Auch die Region Oberfranken profitiert vom "Urlaub daheim". Doch die Museen profitieren nur partiell von den gestiegenen Tourismuszahlen.

Um eine bessere Verknüpfung der Bereiche Museen und Tourismus schaffen zu können, hatte die Botschafterin des Netzwerkes "Kultur und Genuss" und Geschäftsführerin der Museen im Kulmbacher Mönchshof, Helga Metzel, mit ihren Kollegen zu einem Netzwerktreffen in den Vortragssaal der Mönchshof-Museen eingeladen. Mit den Tourismusbeauftragten der oberfränkischen Städte und Gemeinden sowie den Museumsleitern stellte man sich gemeinsam der Frage, wie Tourismus und Museen stärker voneinander profitieren können und wie eine effektivere und aktivere Zusammenarbeit der beiden Bereiche gefördert werden kann.

Landrat Klaus Peter Söllner lobte die bisherige Arbeit der Regionalinitiative "Genussregion Oberfranken" und stellte die Besonderheiten der oberfränkischen Museen heraus: "Kulinarik und Genuss - dafür steht Oberfranken wie keine zweite Region, und wir können mit Stolz auf unsere Museen und Organisationen blicken, die diese Traditionen und regionalspezifischen Besonderheiten den Menschen näherbringen."

Werbung für den Lebensraum

Oberbürgermeister Ingo Lehmann ging sogar noch einen Schritt weiter: "Ein erfolgreicher Tourismus fördert nicht nur das Besucheraufkommen in Oberfranken. Vielleicht gelingt es über diesen Weg, darauf aufmerksam zu machen, dass wir hervorragende Lebensverhältnisse hier haben und dass junge Menschen sich auch vorstellen können, bei uns sesshaft zu werden."

In der folgenden Arbeitsphase ging es um konkrete Maßnahmen und Projekte, die für eine erfolgreiche Verknüpfung der Museen mit dem örtlichen Tourismus zielführend sein können. Neben der Ausarbeitung ganzer Tagesausflüge in der Region mit der gezielten Einbindung der Museen kam auch eine Analyse des "Otto-Normaltouristen" zum Zuge: Wie wird Urlaub gebucht? Wie informiert man sich? Wie macht man Interessierte auf seine Einrichtungen aufmerksam? Im Laufe des Tages einigte man sich zudem auf eine gemeinsame Homepage sowie auf eine gemeinsame App. Abgerundet werden soll das neue Werbeangebot künftig durch passende Printprodukte. Auch werden künftig Arbeitsgruppen gebildet und für die jeweiligen Aufgabenbereiche Ansprechpartner und Verantwortliche benannt, die federführend die Koordination dieser Bereiche übernehmen werden.

"Wichtige touristische Partner"

Helga Metzel fasste zusammen: "Alles in allem sehen wir unsere Museen als wichtige touristische Partner, die mit den richtigen Weichen- und Hilfestellungen das Potenzial haben, einen wichtigen Beitrag zum Heimat- und Kulturtourismus in Franken zu leisten. Wir machen mit unseren Mitteln Touristen auf die Region aufmerksam und wecken als Netzwerk ,Kultur und Genuss in Franken‘ den Appetit auf Kultur. Um dieses Vorhaben erfolgreich werden zu lassen, brauchen wir einen engen Schulterschluss mit den Tourismusverantwortlichen, müssen noch intensiver daran arbeiten, die Museen aus der Sicht des Besuchers und des Touristen zu betrachten, und Strategien entwickeln, wie wir uns als attraktives Besuchsziel vermarkten können." red