Zum Mobilitätskonzept im Landkreis Kronach:

Das einst so hochgepriesene und angeblich einmalige Mobilitätskonzept unseres Landkreises Kronach scheint morbid, also "krank" zu sein.

Da fahren, abgesehen von den überfüllten Schulbussen, weiße Geisterbusse mit Fahrer, aber ohne Passagiere durch unseren Landkreis. Noch skurriler ist ja das "seelenlose" Vehikel, das scheinbar wie von Geisterhand gelenkt, ohne Fahrer und ohne Passagiere sich ruckartig durch unsere schöne Kreisstadt bewegt.

Und jetzt scheint zu allem Überfluss auch noch das Mobilitätskonzept selbst abhanden gekommen zu sein, machte sich doch erst kürzlich ein "Scout", respektive Pfadfinderin, auf den Weg, dieses zu suchen. Da dies coronabedingt eine längere Zeit in Anspruch nehmen dürfte, können wir vermeintlichen Passagiere ja schon einmal auf den ungenutzten Mitfahrbänken Platz nehmen und darüber sinnieren, ob das wirklich alles so sein muss. Oder gibt es vielleicht sogar praktikable Lösungsansätze?

In Hamburg z.B. setzt man bei der Mobilität auf "on demand", also die Einbeziehung von mehreren Mobilitätsdienstleistern wie Taxis, Mietwagen, Linienbusse, autonome Busse und sogar Fahrräder, denn moderne Verkehrskonzepte beruhen nun einmal auf "Vielfalt", so wenigstens die Meinung der Fachleute von ITS (Intelligent Transportation Systems). Deshalb hat auch der Taxiunternehmer Karl-Heinrich Dauer recht, wenn er feststellt, dass man bei der Einführung des Kronacher Mobilitätskonzept eine große Chance verpasst hat, als man ihn und seine Kollegen mit ihren Fahrzeugen und ihrem Sachverstand bei der Planung des Kronacher Mobilitätskonzepts buchstäblich im Regen stehen ließ.

Jetzt rächt sich das Ganze, wie man leider immer wieder feststellen muss und das dicke Ende kommt erst noch, denn wenn die Subventionen wegfallen, ist "Schicht im Schacht"! Oder kennen Sie vielleicht einen potenten Geldgeber? Über die Ticketpreise jedenfalls rechnet sich all das niemals. Und nein, meine Damen und Herren "Visionäre", an dieser Misere ist Corona wirklich nicht schuld, sondern einzig und allein euer "Morbiditätskonzept"!

Deshalb mein Fazit: Nicht das "Rad" hättet ihr neu erfinden müssen, sondern bei der Planung ihr euch eher einen "Rat" einholen müssen.

Georg Zinner

Rothenkirchen