Coburg — Festliche Musik des Frühbarock steht auf dem Programm am Sonntag, 22. November, um 16 Uhr in der Moriz-Kirche. Der Coburger Bachchor singt die Marienvesper von Claudio Monteverdi.
Das Solistenensemble besteht aus Sängerinnen und Sängern mit internationaler Reputation: Gerlinde Sämann, Nele Gramß (Sopran), Marnix De Cat (Alt), Hermann Oswald, Georg Poplutz (Tenor), Ekkehard Abele und Matthias Horn (Bass) sind allesamt auf europäischen Konzertpodien zu hören. Den Instrumentalpart übernimmt ein Spezialensemble aus Belgien: das Ensemble Oltremontano. Die Leitung hat Peter Stenglein.
Die Marienvesper erklingt als "Baustellenkonzert" in der noch nicht gänzlich fertiggestellten Morizkirche. Doch auch die Emporen sind bereits benutzbar. Der Bachchor wird zum ersten Mal auf dem neuen Chorpodium stehen.
Monteverdis Musik steht am Wendepunkt zwischen Renaissance- und Barockzeitalter. Das Werk, geschrieben im Jahr 1610, nutzt alle verfügbaren Kompositionstechniken. Prachtvolle Fanfaren stehen neben glanzvollen Chorklängen, virtuose Solostücke wechseln sich ab mit polyphonen Abschnitten. Die rhythmische Vielfalt ist immer wieder aufregend. An mehreren Stellen sieht der Komponist Echowirkungen vor, die nur durch räumlich unterschiedliche Aufstellungen des Chores zu realisieren sind.
Das Werk besteht aus mehreren Psalmen und Arien, einem Hymnus und dem Magnificat (Lobgesang der Maria), das dem Werk seinen Namen gibt. Das Instrumentarium ist nicht alltäglich: Zinken (eine Art "Holztrompete"), eng mensurierte Barockposaunen, Laute, Chitarrone, Violine und andere Instrumente aus dem frühen 17. Jahrhundert werden zu hören sein.
Das Konzert stellt gleichsam eine Reise zum Beginn der Oratorienmusik dar, denn von Ita lien aus nimmt der Barockstil seinen Anfang. Bach, Händel, Telemann und die anderen großen Namen der Barockmusik sind ohne diese stilistischen Neuerungen nicht denkbar. - Eintrittskarten bei der Touristinformation in der Herrngasse.