Ehe die 22 Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse der privaten Montessorischule Forchheim im Frühjahr nächsten Jahres die Prüfungen zum qualifizierenden Hauptschulabschluss ablegen, haben sie schon eine wichtige Hürde zum Finale ihrer Schullaufbahn absolviert: Sie präsentierten im Romantiksaal von Schloss Thurn vor über 200 Gästen ihre "Große Arbeit".
In der "Großen Arbeit" können die Montessorischüler die Vielfalt ihrer Kompetenzen einbringen: handwerkliches Arbeiten, wissenschaftliche Recherchen, Texterstellung, Gestaltung eines Ausstellungstisches und zum Abschluss ein Power-Point-Vortrag als Präsentation ihrer geleisteten Arbeit.
Die "Große Arbeit" ist der montessorispezifische Teil des Schulabschlusses und besteht aus einem praktischen Teil, in dem ein Werkstück oder Ähnliches erstellt wird, und einem theoretischen Teil mit durchschnittlich 30 Seiten. Die Schüler haben ein halbes Jahr Zeit, ihr Thema in Theorie und Praxis auszuarbeiten.
Eine Jury bewertet die Ergebnisse. Die Juroren waren Montessori-Geschäftsführerin Sibylle Kellner, die Schulleiterinnen Birgit Burczyk-Wening und Anja Wenkemann, die Klassenleiterin Anja Bezold, die pensionierte Schulrätin Rosemarie Thiele sowie Hans Rosemann, Werkleiter im Ruhestand.
Die Themen und die Mentoren, die sie dabei fachlich begleiten, dürfen die Schüler selbst wählen. Die meisten Themen sind stark von der Persönlichkeit der Jugendlichen geprägt und mit entsprechend viel Enthusiasmus bearbeiten sie ihr Thema. Oft fließen Hobbys in die Themenwahl ein, wie zum Beispiel die Konzeption einer Tanz-Choreographie oder das Illustrieren eines selbst entworfenen Kinderbuchs, die Organisation eines großen Handballturniers oder die Konzeption eines Tennis-Trainings. Oder Schüler erschaffen etwas Praktisches wie das Verfassen und Vertonen eines Hörspiels, den Bau einer Vogelvoliere oder die Programmierung eines Computerspiels oder einer Website.


Komplexe Themen

Die Professionalität, mit der die im Schnitt 15-jährigen Jugendlichen an ihr Thema herangehen und das Selbstbewusstsein, mit dem sie es dem Publikum präsentieren, zeigen, dass die jungen Menschen mit der "Großen Arbeit" gewachsen sind und die Fähigkeit bewiesen haben, über lange Zeit konzentriert und fundiert an einem komplexen Thema zu arbeiten. Manch einer hat auch in den letzten Jahren alleine anhand seiner "Großen Arbeit" so überzeugt, dass er auf Anhieb einen Ausbildungsplatz erhalten hat. red