Mit einer Glanzleistung konnte die junge Truppe von Trainer Alex Grau den Tabellenzweiten aus Mitwitz in die Knie zwingen. Dabei begann die Partie für die Hausherren denkbar schlecht, denn in der 1. Minute bediente Fröba im Strafraum Böhmer, der aus halbrechter Position zum 0:1 ins lange Eck traf. Danach übernahm der FCL das Kommando, ließ den Ball gut laufen und kam zu Chancen. Drei Minuten nach dem Rückstand traf Hönninger nur den Außenpfosten. Im Anschluss hatte Gutgesell zweimal den Ausgleich auf dem Fuß, traf aber beide Male das Leder nicht voll. Nach knapp 20 Minuten drehte FC-Torwart Winterstein einen Zrenner-Kopfball mit den Fingerspitzen um den Pfosten.
Die Gäste standen hinten massiv, operierten meist mit langen Bällen. Lediglich ein Fernschuss von Lukas Föhrweiser brachte etwas Gefahr, geriet aber zu hoch. Auf der Gegenseite war es wieder Gutgesell, der in Winterstein seinen Meister fand. Nach 35 Minuten fiel quasi aus dem Nichts das 0:2. Wiederum ein langer Ball fand Totzauer, der noch zwei Gegenspieler vernaschte und über Torwart Schorn hinweg traf. Die Hausherren waren geschockt und konnten von Glück sagen, nicht noch höher in Rückstand zu geraten, als Hofmann nach einer Ecke frei zum Schuss kam und Schorn glänzend parierte.
Als alles schon auf den Pausenpfiff wartete schlug Glätzer einen Freistoß in den Mitwitzer Strafraum. Der Ball wurde immer länger und senkte sich über den verdutzten Winterstein hinweg in den Torwinkel.


Korbstädter zaubern

Was die "Korbstädter" nach der Pause auf den Rasen zauberten, war fußballerisch eine der besten Vorstellungen, die das Karl-Fleschutz-Stadion in den letzten Jahre gesehen hatte. Von Wiederbeginn an setzten die Lichtenfelser den Gast unter Druck und belohnten sich nach 56 Minuten mit dem Ausgleich: Zollnhofer passte nach einer der vielen schönen Kombinationen von der Torauslinie nach innen, das Leder erreichte mit etwas Glück Zrenner, der aus Nahdistanz einschieben konnte. Zwei Minuten später hatte Hönninger eine Riesenchance, doch ein Mitwitzer Abwehrbein klärte auf der Torlinie. Im Gegenzug pfiff der ansonsten sehr gut leitende Schiedsrichter Blay einen etwas zweifelhaften Freistoß an der Strafraumkante. Böhmer ließ sich die Chance nicht entgehen und hämmerte den Ball , der von der Abwehr noch unhaltbar abgefälscht wurde, zum 2:3 in die Maschen.
Doch auch das schien die Heimelf nicht zu stören, und sie spielte weiter erfrischend nach vorne. Zunächst verfehlte Gutgesell zweimal knapp, dann konnte Winterstein einen Freistoß von Glätzer gerade noch über die Latte lenken. In der 71. Minute war der Gästetorwart dann aber doch geschlagen, als Hönninger eine Gutgesell-Flanke per Kopf zum 3:3 veredelte. Drei Minuten später war der Lichtenfelser Führungstreffer eigentlich fällig, aber wie Winterstein einen Kopfball von Zrenner aus wenigen Zentimetern parierte, war sensationell.
Acht Minuten vor dem Ende war es dann aber soweit: Einen Freistoß von Zollnhofer nickte der aufgerückte Lulei zum 4:3 ein. Der FCM versuchte nun alles nach vorne zu werfen, konnte die Lichtenfelser Defensive aber nicht mehr in Verlegenheit bringen. Im Gegenteil: Einen Freistoß vom eigenen Strafraum erlief sich Sturmführer Oppel und schob zum 5:3 ein: ein hochverdienter Erfolg für den furios aufspielenden FC Lichtenfels.
FC Lichtenfels: Schorn - Glätzer (89. Haselmann), Schardt, Lulei, Graf, Scholz, Hönninger, Zrenner (87. Riedel), Gutgesell, Zollnhofer (85. Pülz), Oppel.
FC Mitwitz: Winterstein - M. Föhrweiser, Hofmann, Angermüller (74. Martin), Engel, J. Müller, Totzauer, Dötschel, Böhmer, Fröba, L. Föhrweiser (48. Wrzyciel).
Tore: 0:1 Böhmer (2.), 0:2 Totzauer (35.), 1:2 Glätzer (45.), 2:2 Zrenner (56.), 2:3 Böhmer (59.), 3:3 Hönninger (71.), 4:3 Lulei (82.), 5:3 Oppel (92.). - SR: Blay (Mitterteich). - Zuschauer: 200. - Gelb-Rote Karte: - / Hofmann (89.). limm