Die Diakonie Coburg und Coburg Inklusiv bitten wegen finanzieller Schwierigkeiten ihre Mitarbeiter um Hilfe. Wie Interims-Geschäftsführer Bernd Baucks am Mittwoch mitteilte, wird der Vorstand der Diakonie Coburg die rund 700 Mitarbeiter bitten, dass sie einer Verschiebung der Weihnachtssonderzahlung zustimmen. Das wären rund zwei Millionen Euro, die nicht jetzt ausbezahlt werden müssten. "Eine vorübergehende finanzielle Entlastung schafft Spielraum für die Umsetzung unseres Sanierungsplans in den kommenden Monaten", erklärt Baucks. Gleichzeitig versichert er, dass die Mitarbeiter die Jahressonderzahlung auf jeden Fall erhalten sollen. "Kurzfristig geht es aber darum, den Druck auf die Zahlungsfähigkeit zu entlasten und Zeit zu gewinnen." Die Verschiebung der Sonderzahlung sei aber für die Mitarbeitenden freiwillig. Niemandem entstehe ein Nachteil, wenn er nicht zustimme.

Baucks ist von der Beratungsorganisation Conte (Bochum) als Vorstand und Geschäftsführer zu den angeschlagenen Gesellschaften entsandt worden. Im April hatte der Verwaltungsrat der Diakonie beschlossen, eine Beratungsorganisation zu engagieren. Die Conte ist auf das Interim-Management von Sozialunternehmen spezialisiert.

Die Diakonie Coburg ist ein eingetragener Verein, der vor allem in der Behindertenhilfe tätig ist. Zu den Tochtergesellschaften gehören die Werkstätten für Menschen mit Behinderung und Coburg Inklusiv. Diese Tochter wurde 2020 aus mehreren Gesellschaften in Trägerschaft des Vereins Hilfe für das behinderte Kind gebildet. Sie standen Ende 2018 kurz vor der Insolvenz. Durch die Übernahme in die Diakonie wurde die Weiterarbeit gesichert. red