Die Bayerische Rundschau sprach mit Alfred Kneitz, dem neuen Vorstand der Wilhelm Kneitz Textilwerke AG.

Herr Kneitz, als der Ruf kam, den Vorstandsposten zu übernehmen, was ging da in Ihnen vor?
Alfred Kneitz: Es ist schon ein dreiviertel Jahr her, da hat mich mein Cousin Wilhelm Kneitz gefragt, ob ich im Aufsichtsrat mitarbeiten will. Das hat mich schon etwas überrascht, denn wir hatten ja wöchentlich einen regelmäßigen Termin. Er hat darauf immer bestanden. Bei diesem mehr familiären Treffen bekam ich auch ein wenig Einblick in die Problematik von Zulieferern und Kunden. Dieser Gedankenaustausch war für mich mehr informativ, aber für ihn war es mehr so ein Ping-Pong-Ball, der hin und hergeht. Dass es dann doch so schnell ging, hat mich überrascht. Ich hätte die Aufgabe nicht angenommen, wenn ich nicht wüsste, welche tollen Mitarbeiter und welche Führungskräfte hier dahinter stehen.

Die Mitarbeiter waren also das entscheidende Kriterium für Sie?
Ja, das war entscheidend, denn einen solchen Job kann man sonst nicht annehmen. Und in solche Fußstapfen kann man auch nicht einfach so aus dem Stand hineintreten, das ist unmöglich.

Sie sind wie Wilhelm Kneitz 70 Jahre alt, aber Sie fühlen sich fit. Wenn man Sie anschaut, dann freuen Sie sich auch auf diese Aufgabe, das erfolgreiche Werk von Wilhelm Kneitz fortzusetzen, oder?
Ja, wir sind gleich alt. Ich muss mich ja freuen. Das klingt jetzt blöd, aber ohne Freude kann man einen solchen Job nicht machen. Wer widerwillig an diese Aufgabe rangeht, der muss es sein lassen.

Das Gespräch führte Werner Reißaus.