Ein Unfall, der sich am 17. Juni diesen Jahres gegen 19.30 Uhr auf der Kreisstraße KU11 bei Neudrossenfeld ereignet hatte, hatte jetzt ein Nachspiel vor dem Kulmbacher Amtsgericht.

Ein 65-jähriger Fahrradfahrer hatte sich damals von Fichtelhof kommend auf die Vorfahrtstraße zubewegt und war ohne zu bremsen in diese eingebogen. "Ich habe ihn noch gesehen und dachte, er würde gleich absteigen, weil das Fahrrad schwankte", sagte die Frau am Donnerstagvormittag aus, die mit ihrem Auto auf der Vorfahrtstraße unterwegs war. Doch der Radler sei einfach weitergefahren.

"Ich habe noch versucht zu bremsen und auf die linke Spur auszuweichen, aber es half nichts", sagte sie. Der Fahrradfahrer sei über die Windschutzscheibe ihres Wagens auf die Straße gestürzt.

Der Mann erlitt zwei Wirbelbrüche und Schürfwunden. Der Sachschaden summierte sich auf rund 10 000 Euro.

Leib und Leben gefährdet

Polizeibeamte bemerkten, dass der Fahrradfahrer offenbar unter Alkoholeinfluss stand. Eine Blutentnahme ergab denn auch einen Wert von 1,98 Promille. "Der Angeklagte hätte seine Fahruntüchtigkeit erkennen müssen", hieß es in der Anklageschrift.

Er habe somit Leib, Leben und fremde Sachen fahrlässig gefährdet und auch beschädigt.

"Ich war auf dem Weg zu meiner Schwägerin und bin schon extra verkehrsarme Straßen gefahren", sagte der Angeklagte aus. "Als ich auf die Einmündung zufuhr, war ich auf einmal weg, ich weiß von dem Unfall gar nichts mehr."

Öfter Schnaps getrunken

Er habe zu dieser Zeit noch öfter Schnaps getrunken, auch habe er Antidepressiva genommen. "Seit dem Unfall trinke ich jedoch keinen Alkohol mehr. Das Ganze hat mir einen Riesenschreck versetzt." Das sei auch gut so, befand Richterin Sieglinde Tettmann, denn diese Einsicht und eine gute Sozialprognose wurden neben seinem Schuldeingeständnis und der Tatsache, dass er sich bei der Geschädigten entschuldigt hatte, zu seinen Gunsten ausgelegt. "Außerdem haben Sie auch selbst erhebliche Verletzungen davon getragen." Aufgrund der Tatsache, dass der Angeklagte bereits einschlägig zuvor in Erscheinung getreten war, beantragte die Staatsanwaltschaft dennoch eine Freiheitsstrafe von vier Monaten auf Bewährung.

Richterin Tettmann entsprach diesem Antrag und verhängte weiterhin eine Geldauflage in Höhe von 800 Euro, zu zahlen an das Bayerische Rote Kreuz in Kulmbach. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre. "Sie sollten jetzt auf jeden Fall nichts mehr anstellen", ermahnte sie den Angeklagten.