Kulmbach — Zahlreiche Vorwürfe gegen die Milch sind wissenschaftlich nicht haltbar - das hat eine Untersuchung des Kompetenzzentrums für Ernährung (KErn), das seinen Sitz unter anderem in Kulmbach hat, ergeben. "Ein Glas Milch kann tödlich sein", solche und ähnliche Thesen sind oft zu hören. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wollte es genau wissen und gab deshalb einen Überblick über die aktuelle wissenschaftliche Literatur in Auftrag. Das Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) hat in Kooperation mit dem Max Rubner-Institut (MRI) Karlsruhe die internationale wissenschaftliche Literatur durchforstet und einen umfangreichen Gesamtbericht sowie eine Kurzpublikation mit Fragen rund um den Milchverzehr erstellt.
"Ein Jahr lang hat sich das KErn wie auch das MRI mit den Mythen und Fakten rund um Milch beschäftigt und dabei fast 400 Studien zum Thema Milchverzehr, potenzielle Krankheitsrisiken und mögliche schützende Wirkungen untersucht", erklärt Wolfram Schaecke, Leiter des KErn.
Die Ergebnisse sind in einer Kurzpublikation mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zusammengefasst. "In der untersuchten wissenschaftlichen Literatur gibt es aktuell keine validen Hinweise, dass Milch mit einem erhöhten Krankheitsrisiko assoziiert ist", sagt Schaecke. Wer Milch im Rahmen der Verzehrempfehlungen (zwei bis drei Portionen täglich) genießt, muss mit keinen negativen Folgen für seine Gesundheit rechnen. "Ganz im Gegenteil, erste Hinweise lassen eine Schutzwirkung durch einige Milchinhaltsstoffe bei diversen Erkrankungen vermuten", so Schaecke weiter. Dass Milch zu einer Verschleimung der Atemwege und des Darmes führt, sei falsch.
Die Kurzpublikation mit dem Titel "Freispruch für die Milch!" ist abrufbar unter www.kern.bayern.de. red