Aurachtal — Michèle Becker hat nach der letzten Theatersaison die Leitung der Theatergruppe des Heimat- und Gartenbauvereins Aurachtal von Karl-Heinz Gechter übernommen. In diesen Tagen finden die Aufführungen statt. Im Interview berichtet die 46-Jährige, was sie an ihrer neuen Aufgabe reizt, und was sie sich für die Zukunft wünscht.

Was hat Sie dazu bewogen, in einem Laientheater mitzuwirken?
Michèle Becker: Ich habe allen voran Freude an Improvisation und Gestalten. Im Laientheater kann ich meine Kreativität und vor allem mein Organisationstalent einbringen. Denn auch hinter der Bühne gibt es eine Menge drumherum zu tun.

Im Neundorfer "Stodl" führt die Gruppe heuer das Lustspiel "Einer spinnt immer auf" auf. Acht Vorstellungen sind geplant - und alle sind schon restlos ausverkauft. Worauf führen Sie diesen Erfolg zurück?
Das Theater im Aurachtal kann auf eine 13-jährige Spieltradition zurückblicken. Besonders beliebt bei unserem Publikum sind Komödien, gespielt in fränkischem Dialekt. Unsere Spieler spielen mit Herzblut. Das spürt das Publikum, das kommt einfach rüber.

Spielen Sie selbst eine Rolle in dem Stück?
Nein, ich selbst spiele keine Rolle.

Können die Mitwirkenden ihre Rollen selbst auswählen?
Beim diesjährigen Stück hat ein kleiner Teil der Gruppe eine erste Zuordnung getroffen. Mit der ersten Leseprobe wurden dann alle Spieler eingebunden.

Nach welchen Kriterien werden die Stücke ausgewählt?
Das Theaterstück muss für uns in erster Linie zu den Spielern und zum Publikum passen.

Wie viele Spieler gehören zur Theatergruppe? Hätten Sie noch Platz für weitere Interessenten?
Wir sind zurzeit 20 Leute und freuen uns immer, wenn sich neue Spieler und Mitwirkende melden.

Müssen die Darsteller vom Applaus leben oder gibt es für sie auch eine Gage?
Unsere Spieler leben in erster Linie vom Applaus. Wir organisieren aber auch jedes Jahr ein Theaterseminar und einen gemeinsamen Ausflug.

Die Aufgabe ist bestimmt zeitaufwendig. Können Sie die mit ihrem Beruf/Familie gut vereinbaren?
Ja, das stimmt. Der Zeitaufwand ist nicht zu unterschätzen. Bis jetzt ist es mir ganz gut gelungen, alles gut miteinander zu vereinbaren. Da mein Mann im Theater Spieler ist, haben wir mit dem Theater ein weiteres gemeinsames Hobby gefunden.

Gibt es bestimmte Pläne/Wünsche für die Zukunft?
Zunächst wünsche ich mir, dass die Aufführungen der jetzige Saison erfolgreich sind und alles klappt. Für die Zukunft würde mich freuen, wenn die Spielergruppe zusammen bleibt und je nach Stück auch neue Spieler integriert. In der Vergangenheit gab es immer wieder mal Anfragen von Jugendlichen. Daraus ist jetzt ein Konzept für eine Jugendtheatergruppe entstanden. Derzeit arbeiten wir mit einer kleinen Gruppe von Jugendlichen an einem Einakter. Nachwuchs zu haben ist auch im Theater wichtig. Ich erhoffe mir, so das Theater für die Aurachtaler weiter mit Leben zu füllen und zu erhalten.

Das Gespräch führte
Waltraud Enkert