Das Leben mit einer chronischen Erkrankung wie Rheuma, Diabetes oder psychischen Erkrankungen verändert den Alltag von Betroffenen und ihren Angehörigen. Sie müssen sich nicht nur aktiv um ihre Gesundheit kümmern, sondern möchten so weit wie möglich ihren normalen Aktivitäten nachgehen. Gleichzeitig müssen sie aber lernen, mit körperlichen und emotionalen Höhen und Tiefen umzugehen. Um diesen Menschen Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten, werden in den nächsten zwei Jahren Selbstmanagementkurse in Bamberg vom Selbsthilfebüro der Arbeiterwohlfahrt angeboten.
"Die Insea-Kurse sind ein gutes Ergänzungsangebot zur themenbezogenen Selbsthilfe und bieten so wertvolle Impulse und Vernetzungsmöglichkeiten für Neubetroffene und regionale Selbsthilfegruppen", heißt es in der Pressemitteilung. "Insea" steht für "Initiative für Selbstmanagement und aktives Leben". Menschen mit körperlichen wie psychischen Erkrankungen lernen im Insea-Selbstmanagementprogramm beispielsweise mit Schmerzen umzugehen, sich selbst zu motivieren oder Selbstvertrauen im Umgang mit der Krankheit zu entwickeln. Wichtiges Prinzip ist, dass die Kurse von ausgebildeten Betroffenen aus der Selbsthilfe gemeinsam mit Mitarbeitern aus den Selbsthilfekontaktstellen geleitet werden. Die Kurse dauern sechs Wochen plus eines Zusatztermins, an dem die Teilnehmenden die örtlichen Selbsthilfegruppen kennenlernen können. Die Teilnehmer treffen sich wöchentlich, die Teilnahme ist kostenfrei.
Insea wurde an der Uni Stanford entwickelt. Die Umsetzung in Deutschland wird ermöglicht durch die Robert-Bosch-Stiftung und die Barmer GEK. Das Selbsthilfebüro der Awo in Bamberg ist ab 2016 einer von sechs Standorten in Bayern.
Die Teilnehmer zeigen nach Abschluss des Programms eine deutlich verbesserte Lebensqualität, mehr psychisches Wohlbefinden, dafür weniger Erschöpfung und soziale Isolation. Nicht zuletzt verbesserte sich die Zusammenarbeit mit dem Fachpersonal im Gesundheits- und Sozialwesen.
Infos unter Telefon 0951/91700940, www.selbsthilfebuero.de. Informationen zum bundesweiten Projekt und die Möglichkeit zur Anmeldung auf www.insea-aktiv.de. red