Wegen einer E-Bay-Betrugsserie hat das Schöffengericht einen 42-jährigen Mann aus Kulmbach zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann in sechs Fällen Smartphones auf verschiedenen Internet-Plattformen verkauft, aber nie geliefert hatte. Damit richtete er einen Gesamtschaden von rund 4000 Euro an.

Weil der Angeklagte auch noch ein weiteres Smartphone im Wert von rund 1200 Euro bei einem Bekannten geklaut hatte, lautete der Urteilsspruch auf Betrug in sechs Fällen und auf Diebstahl.

Ob der Mann die Strafe tatsächlich absitzen muss, steht in den Sternen. Hintergrund ist, dass er an einer schweren Krankheit leidet. Sie führte dazu, dass er bereits 2015 seinen Beruf als Kraftfahrer an den Nagel hängen musste und zum Frührentner erklärt wurde. Die kleine Erwerbsunfähigkeitsrente reicht aber hinten und vorne nicht aus, so dass er sich mit den E-Bay-Betrügereien eine fortlaufende Einnahmequelle verschaffen wollte. Das Gericht stufte die Taten deshalb als gewerbsmäßig ein, was sich strafverschärfend auswirken sollte.

Beschränkt verhandlungsfähig

Die Krankheit des Angeklagten ist auch der Grund dafür, dass man an zwei verschiedenen Tagen verhandeln musste, da der Mann nur beschränkt verhandlungsfähig war und nur eine bestimmte Verhandlungsdauer zugelassen war. Bereits eine Haftstrafe aus dem Jahr 2017 musste der Angeklagte aufgrund seiner Haftunfähigkeit nicht antreten. Sie wurde vorerst auf 2023 vertagt.

Insgesamt waren es zehn Fälle des gewerbsmäßigen Betrugs, die die Anklage für die Zeit von Ende 2018 bis Anfang 2020 aufgelistet hatte. Vier davon wurden im Laufe der Verhandlung eingestellt, da Einzelheiten nicht mehr genau nachvollzogen werden konnten.

Der Schaden, den der Mann durch die Scheingeschäfte angerichtet hatte, wurde dennoch auf knapp 4000 Euro beziffert. Bereits am ersten Verhandlungstag hatte der Angeklagte die Taten weitgehend eingeräumt. Das Geld sei für den täglichen Bedarf draufgegangen, erklärte er.

Die letztlich auch verhängte Freiheitsstrafe von zwei Jahren hatte bereits die Vertreterin der Staatsanwaltschaft gefordert. Der Angeklagte habe nicht unerheblichen Schaden angerichtet, sei bereits vielfältig und auch einschlägig, also wegen Betrugs, vorbestraft und habe deshalb sogar schon Haftstrafen verbüßen müssen. Aufgrund der Gesamtumstände reiche es nicht für eine positive Sozialprognose, die für eine Bewährungsstrafe notwendig wäre. Selbst Verteidiger Frank Stübinger hatte nicht genügend Argumente, die für eine Bewährungsstrafe gesprochen hätten. Allerdings fiel sein Antrag mit einem Jahr und acht Monaten niedriger aus.

Das Schöffengericht unter Nicole Allstadt schloss sich schließlich der Staatsanwaltschaft an und entschied auf zwei Jahre. Die Vorsitzende Richterin rechnete es dem Angeklagten dabei hoch an, dass er keinen Hehl aus seinen Betrugstaten gemacht und sich geständig und kooperativ verhalten hatte. "Das zeigt, dass ein gewisses Unrechtsbewusstsein vorhanden ist", sagte Allstadt. Freilich steht die Strafe aufgrund der schweren Erkrankung erst einmal auf dem Papier. Wann und gegebenenfalls ob der Angeklagte überhaupt ins Gefängnis muss, ist völlig offen.