Kürzlich begaben sich 16 Kinder im Rahmen des Sommerferienprogramms auf die Spuren heimischer Wildtiere. "Was kann man denn draußen alles beobachten? Wer ist denn öfter im Wald?", warf Michael Hagel, Leiter der Aktion "Fährtensuche", in die große Runde von 16 interessierten Nachwuchsnaturforschern.
Ein Drittel der Teilnehmer meldete sich. Rehe, Füchse, Wildschweine, Eichhörnchen und Wildkaninchen wurden aufgezählt. Nicht zu vergessen Vogelnester, Spechtlöcher und Käfer, die einige auch schon im Wald entdeckt hatten. Auf einem Übersichtsblatt heimischer Waldtiere zeigte Felix auf einen Rehbock: "Der Mann bei den Rehen hat ein Geweih." Fast richtig, ein männliches Reh erkenne man an seinem "Gehörn", den Hirsch am "Geweih", verbesserte ihn der Jäger.
Eine weitere Unterscheidung lernten die Kinder auch bei einem kleineren Tier: Anders als der Feldhase kommt das Wildkaninchen, von dem unsere langohrigen Haustiere abstammen, nackt und blind zur Welt. Sein langbeiniger Verwandter hingegen trägt bei der Geburt bereits Fell und "muss dann auch sehen können", wie Elias zu schlussfolgern wusste.
"Wie verhält man sich denn richtig im Wald?" Luisas Finger schoss nach oben: "Man muss leise sein. Und darf auch kein Feuer machen." Der Jäger nickte und ergänzte. "Wichtig ist auch, dass man keinen Müll hinterlässt. Wir müssen die Natur so verlassen, wie wir sie betreten haben."
Nachdem die Kinder mit den grundlegenden Verhaltensweisen vertraut gemacht worden waren, ging es endlich auf Spurensuche. Mit Jagdhund Asko voran und begleitet von den Hobbyjägern Johanna Lieb und Christian Hahn, pirschte sich die Gruppe nun über einen Feldweg bis zum Wald. Die Bäume wurden inspiziert und anhand von Blättern, Nadeln und Rinde bestimmt. Die Birke mit ihrer weißen Rinde war leicht zu erkennen, die Nadelbäume hingegen eher schwierig auseinanderzuhalten.


Die erste Entdeckung

Schließlich konnte die erste Entdeckung gemacht werden. "Da ist ein Weg", erkannten einige der Kinder und deuteten auf umgebogenes Gras in der nebenan befindlichen Wiese. "Schaut mal," machte sie die Jägerin Johanna aufmerksam: "Auf der anderen Seite vom Weg gehen die Spuren weiter." "Bestimmt ein Reh", wurde gemutmaßt. "Oder ein Wildschwein?"
Doch die echte Fährte eines Wildschweins fand der Spurensuchtrupp erst im Wald. "Das Wildschwein geht in die Richtung und das Reh in die", erklärte Michael und deutete dabei auf die sich kreuzende Abfolge von Vertiefungen im Waldboden. Die Kinder erfuhren auch den Grund, weshalb sich die Allesfresser hier aufgehalten haben: Schlammpfützen dienen als Suhle, denn der trocknende Schlamm in den Borsten fungiere als Schutz vor Insekten.