reinhard löwisch

Vor 225 Jahren zogen französische Revolutionsarmeen durch die Fränkische Schweiz. Erklärtes Ziel war Wien und die Vernichtung der K.-und-k.-Monarchie. Für die Fränkische Schweiz bedeuteten die Kriegswirren erstmal Leid, Armut, Hunger und Viehseuche. Für Bayern veränderte sich dadurch alles. Auf Betreiben von Napoleon Bonaparte verloren die bisherigen Hochstifte, die Klöster und Bettelorden ihren Grund und Boden, der an den Staat ging und es gewann Fläche hinzu. Zu den alten Stammgebieten Ober- und Niederbayern und Oberpfalz kamen die neubayerischen Gebiete Frankens und Schwabens dazu.

"Länder unterschiedlichster Größe, Struktur und Tradition sahen sich damit, nicht selten gegen ihren Willen, in einem Gesamtstaat vereint", schreibt das Haus der bayerischen Geschichte auf seiner Homepage. Die Bayern verloren einen deutschen Kaiser (Franz I.), bekamen dafür aber zum ersten Mal einen bayerischen König: Max I. Joseph.

Doch bis es soweit kam (ab 1803), musste die Bevölkerung noch einige Jahre lang die Kriege zwischen Frankreich und Österreich, vor allen den ersten Koalitionskrieg im Jahre 1796 überstehen. Ab Juni marschierte die französische Saabre-Maas-Armee mit 70 000 Kriegern, (andere Quellen sprechen sogar von 120 000 Soldaten) Richtung Franken, um über die Oberpfalz dann Richtung Österreich zu marschieren. Man folgte damit dem damals wenigen, gut ausgebauten Wegen, schließlich galt es, mit Ochsenkarren schwere Artillerie samt Munition, Verpflegungswagen, Futter, ja sogar eine ganze Herde Ochsen als Zugtiere und Verpflegung mitzuführen.

70 000 Manschen mobil zu versorgen, erfordert eine genaue Strategie. Und die Fränkische Schweiz war alles, nur kein straßenmäßig erschlossenes Gebiet. Es gab eine ausgebaute Straße zwischen Erlangen, Gosberg, Ebermannstadt, Streitberg, Bayreuth, eine zweite Straße zwischen Erlangen, Forchheim und Bamberg und eine dritte Straße von Nürnberg über Gräfenberg, Betzenstein nach Pegnitz und weiter in die Oberpfalz.

Um zusätzlich der Berg- und Tallandschaft der Region mit den schweren Wagen auszuweichen, benutzten die Franzosen und auch die Österreicher überwiegend flacheres Gebiet. Deshalb beschränkten sich die größeren Kriegsbewegungen meist auf das Gebiet zwischen Gräfenberg, Ebermannstadt, Forchheim und dann Richtung Bamberg.

In der inneren Fränkischen Schweiz waren mangels Wegen meist nur kleinere Reitertrupps unterwegs, die entweder zum Ausspähen der feindlichen Truppen oder zur Plünderung kleiner Dörfer auftauchten. Nicht immer hatten sie Glück. Immer dann, wenn die Bauern stärker waren, gab es Tote auch auf Seiten der Franzosen, wie bei dem kleinen Gefecht in Bieberbach, bei dem die Affalterthaler Verstärkung dafür sorgte, dass die Franzosen fluchtartig den Ort verlassen mussten. Sie ließen einen toten Wirt zurück, hatten aber ebenfalls zwei tote Soldaten und etliche Schwerverletzte zu beklagen. Die Franzosen wollten eine Viehherde stehlen, wurden aber von Bauern daran gehindert, die vom "Sturmläuten" alarmiert worden waren. Sie zogen sich nach zurück. Gottlob kamen 30 ungarische Husaren geritten, die man in Egloffstein alarmiert hatte.

Beim Zechen überfallen

Zusammen mit den Bauern aus Affalterthal zogen sie nach Bieberbach, wo sie eine Horde Franzosen, die noch im Wirtshaus zechten überfallen und vertreiben konnten. Die Orte Affalterthal und Bieberbach hatten Glück im Unglück: Wie der Augenzeuge, der Affalterthaler Pfarrer Hieronymus Baierdörfer berichtete, "haben die Franzosen Gottlob dem hiesigen Dorf keinen Heller Plünderung oder Schaden gemacht, da alle Dörfer um uns her so vieles gelitten".