"Wir sind hier, weil wir eine andere Klimapolitik und eine Verkehrswende wollen", ruft die Aktivistin Klara den rund 40 Menschen am Café Rondo zu. Mit Fahrrädern sind sie an den Schönleinsplatz gekommen, um auf die aktuelle Rodung im Dannröder Forst in Hessen aufmerksam zu machen.

Die schwarz-grüne Landesregierung baut dort die Autobahn A 49 quer durch ein Waldgebiet, wogegen sich Klimaaktivisten wehren und das Gebiet mit Baumhäusern und Barrikaden vor den Fällungen schützen wollen. Auf 100 Hektar Fläche muss der Wald weichen, um die Strecke zwischen Kassel und Gießen weiterbauen zu können. Die Aktivistin findet: "Wir brauchen nicht mehr Straßen für Dreckschleudern, sondern Subventionen für den Schienenverkehr und den öffentlichen Personennahverkehr!"

Der Protest richtet sich gegen die Räumungen der Waldlager, welche von Polizeikräften in großer Anzahl durchgesetzt werden. Mitstreiter Nico, welcher betont, dass der Kampf um den "Danni" - wie das Waldgebiet von Klimaschützern liebevoll genannt wird - bereits seit 40 Jahren andauere, macht klar: "Wenn Polizisten Sicherungsseile von Aktivisten durchschneiden, gefährden sie damit Menschleben!" Er bezieht sich dabei auf einen Fall, als eine Räumungsaktion damit endete, dass eine Aktivistin fünf Meter in die Tiefe stürzte, weil die Einsatzkräfte ihr Seil durchtrennten. Die Frau musste deshalb ins Krankenhaus. "Wir wollen einen kompletten Rodungs- und Räumungsstopp!", beendet der Klimaaktivist seine Rede.

Anschließend fuhren die Aktivisten mit Polizeibegleitung, Masken und Klingelkonzerten bei kalten Temperaturen in mehreren Runden um die Bamberger Altstadt. Begleitet wurde die Tour von Rufen wie "Ethik und Moral - über Kapital!" und "Danni bleibt!", welche man auch von Fridays-for-Future-Demonstrationen kennt.