Mittagszeit. Eltern warten draußen, um ihre Jüngsten aus der Schule abzuholen. Mit aufgesetzten Masken - teils bunt bedruckt, teils schlicht - kommen die Schulkinder mit ihren Freunden von den Höfen. Für die Eltern ist die Maskenpflicht ein Thema: "Ich finde es unverhältnismäßig, dass die Maskenpflicht nun am Platz und auch im Sport gilt", meint eine junge Mutter. "Wir können nicht so tun, als gäbe es kein Corona", findet dagegen eine dreifache Mutter. Die Maskenpflicht sei die kleinste Möglichkeit, etwas gegen die Ausbreitung des Virus zu tun. "Ich fühle mich auch zu Hause sicherer, wenn in den Schulen die Maßnahmen eingehalten werden." Ihre Tochter Frida geht in die vierte Klasse: "Wir müssen mit der Maske etwas lauter sprechen. Aber ansonsten ist das kein Problem."

Ein Vater holt gerade mit dem Fahrrad seine zwei Kinder ab. Er betont, dass es gerade für seinen Sohn mit Brille schwierig sei. Und auch das Reden werde erschwert. "Aber man muss eben schauen, wie wir die Infektionszahlen in den Griff kriegen", meint er. "Wenn mein Sohn die Maske vier bis fünf Stunden am Stück anhat, dann ist es um die Nase und den Mund ständig feucht", gibt eine andere Mutter zu bedenken. Als die Pflicht am Sitzplatz noch nicht bestand, sei es noch zumutbar gewesen. "Für die Kinder ist das schwierig. Sie sind noch keine Erwachsenen."

"Besser als zweiter Lockdown"

"Für die Kinder ist es sehr anstrengend die ganze Zeit Masken zu tragen, aber wahrscheinlich besser als ein zweiter Lockdown", findet Christian Hellermann. Der Elternbeiratsvorsitzende an der Kunigunden-Grundschule in der Gartenstadt hofft darauf, dass sich die Infektionslage nach den Herbstferien wieder entspannt. Über allem stehe die Gesundheit der Kinder und Lehrer. "Ich habe den Eindruck, dass es den Kindern nichts ausmacht, mit Maske unterrichtet zu werden", findet Mutter und Lehrerin Christine Einwag, die an der Martinschule eine erste Klasse unterrichtet. Zudem hielten sich die Kinder auch sehr gut an die Pflicht. Bei Anfragen des Fränkischen Tags an mehrere Grundschulleitungen wollte sich niemand zur Sache äußern.

Viele Eltern sind besorgt

"Die Maskenpflicht ist ein einfaches und sehr gutes Instrument, um weitere Infektionen zu verhindern", hält Burkhardt Drusen fest. Der Kinder- und Jugendarzt in Bamberg bekommt immer wieder Anfragen von Eltern, deren Kinder mit chronischen Lungen- oder Herzerkrankungen zu kämpfen haben. Sie wollen wissen, wie sie ihr Kind am besten vor dem Coronavirus schützen können. "In Gesprächen versuche ich zu vermitteln, dass die Maske dazu da ist, damit sich besonders gefährdete Kinder selbst schützen können", betont der Arzt. Gerade bei komplexen Herz- oder Lungenerkrankungen rät Drusen zu FFP-2 Masken, welche den betroffenen Kindern einen höheren Eigenschutz bieten.

Wenn diese Kinder bei anstrengenden Situationen wie Treppensteigen nicht genug Luft mit Maske bekommen sollten, dann könnte hierfür die Maske abgenommen werden, sofern der Abstand zu den anderen Schulkindern gewahrt ist. "Auch im Sportunterricht vertraue ich darauf, dass die Lehrkräfte nach Augenmaß entscheiden, wenn die Anstrengungen zu hoch sind, um sie mit Maske zu absolvieren." Selbst bei Asthma sei das Tragen einer Maske gut machbar, sofern das Kind mittels Inhalation oder Medikamenten gut eingestellt sei.

Zudem teilt der Mediziner die Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, dass für die Grundschulkinder durch die Masken keine Beeinträchtigung bei ihrer Entwicklung bestehe. "Wenn Eltern ihren Kindern gut erklären, warum wir Masken tragen, dann können sie dies auch als sinnvoll ansehen", ist der Kinderarzt überzeugt.