Seit Jahrtausenden erzählen sich Menschen Geschichten. Sie prägen unser Sozialleben, sie stiften Nähe, bringen uns zum Lachen und zum Weinen, transportieren Wissen und Erfahrung. Geschichten werden im Unterricht, im Gottesdienst oder in der Werbung eingesetzt. Wie dieses Storytelling funktioniert und wie man es gezielt in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit einsetzen kann, erklärte Torsten Geiling, Journalist und Geschäftsführer einer Strategieberatung, am Dienstagabend auf Einladung von Udo Schönfelder, Oberbürgermeisterkandidat der CSU, rund 40 Ehrenamtlichen aus 24 Forchheimer Vereinen.

"Gefällt mir! Wie eine moderne Medien- und Pressearbeit für Vereine und Verbände gelingt", lautete die Überschrift zum Vortragsabend im "Schweizer Grom", der von der Hanns-Seidel-Stiftung ausgerichtet wurde.

Udo Schönfelder betonte die unschätzbare Bedeutung des Ehrenamtes für das Miteinander und führte die große Anzahl von Vereinen und Verbänden bzw. Organisationen in Forchheim vor Augen: "Die Vereine sind der Kitt unserer Gesellschaft, die uns zusammenhalten. Dafür braucht es Menschen wie Sie, die sich bereitwillig in der Vereinsarbeit engagieren."

Wie die Vereinsvertreter selbst etwas tun können, um ihre Arbeit an der und für die Gesellschaft darzustellen, erklärte Torsten Geiling in seinem Vortrag. Das Aufzählen von Daten und Fakten reiche nicht aus, um die Aufmerksamkeit von Menschen zu gewinnen und sie von Inhalten zu überzeugen. "Dafür braucht es Geschichten, sie sind das emotionale Verbindungsstück - auch zwischen Vereinsmitgliedern und Öffentlichkeit. Wer Geschichten erzählt, kann Herzen gewinnen, das Denken verändern, Ziele erreichen. Das ist inzwischen wissenschaftlich erwiesen."

Gute Bilder sind wichtig

Torsten Geiling machte anhand von zahlreichen Beispielen deutlich, wie wichtig gute Bilder, spannende Geschichten und die rechtzeitige Veröffentlichung von Beiträgen in den unterschiedlichen Medien sind. Früher seien das vor allem die Zeitungen gewesen, heute seien auch die sozialen Kanäle wichtig, gerade um die Jüngeren zu erreichen. Dabei hilft es laut Geiling, sich in die Perspektive des Lesers hineinzuversetzen und zu überlegen, auf welchem Medienkanal die Zielgruppe unterwegs ist und was der Verein mit seinem Beitrag erreichen möchte.

Nicht immer übermittle das Gruppenfoto eines Vereins die richtige Botschaft. Hier gelte es auch mal kreativ und mutig zu sein: "Überlegen Sie sich, was sie selbst gerne für Fotos anschauen. Das Gartenzaun- oder Aufstellbild ist es wahrscheinlich nicht", sagte Geiling, der vor seiner Unternehmensgründung von 2007 bis 2010 Lokalchef des Fränkischen Tags und zuletzt Chefredakteur des Nordbayerischen Kuriers war.

Wie arbeiten Journalisten, auf welche rechtlichen Vorgaben muss ich achten oder wie schreibe ich eine Pressemitteilung? waren weitere Themen, die Geiling mit vielen Beispielen anschaulich machte. Die Zuhörer aus unterschiedlichsten Vereinen im Stadtgebiet zeigten sich sehr interessiert an den Inhalten und hatten viele Fragen, die der Referent auch nach Ende des offiziellen Teils beantwortete. red