Mit einem Gastspiel beim TBV Lemgo-Lippe fing das Abenteuer 1. Handball-Bundesliga für den HSC 2000 Coburg am 1. Oktober 2020 an. Damals blickten die Coburger noch positiv in die Zukunft. Wenn die Lipper jetzt sechseinhalb Monate später am Samstagabend zum Rückspiel in der Vestestadt antreten, herrscht Ernüchterung. Anwurf ohne Fans in der HUK-Arena ist um 18.30 Uhr. Sky überträgt live.

Nicht nur, dass damals die Hoffnung bestand, dauerhaft zumindest einige Fans in der Halle zu haben, auch die Hoffnung auf einen positiven Saisonverlauf hat sich für die Mannschaft von Alois Mraz inzwischen zerschlagen. Ende Dezember war Geschäftsführer Jan Gorr noch optimistisch: "Es sind noch 24 Spiele, da ist viel möglich." Inzwischen sind aber zwei Drittel der Saison vorbei, in denen der HSC nur acht Pluspunkte verbuchte. Es bleiben noch 13 Partien und der Abstand zum rettenden Platz 16 ist mit sieben Punkten größer denn je. Da braucht es bis Ende Juni schon ein kleines Handball-Wunder wenn der Ligaver­bleib gelingen soll.

Der Coburger Cheftrainer ist aber immer noch zuversichtlich, dass es gegen Lemgo wieder einmal mit zwei Punkten klappen kann: "Wir müssen die positiven Dinge aus dem Löwen-Spiel mitnehmen, in der Abwehr wieder so stabil stehen, vorne noch effektiver sein und bei den Übergängen in der zweiten Welle noch konsequenter agieren", sagt Alois Mraz.

Doch der HSC muss aufpassen, nicht in Gegenkonter zu laufen, auch wenn der Einsatz des letztjährigen Torschützenkönigs Elisson fraglich ist - das Tempospiel ist eine der großen Stärken des Gegners.

Es gibt durchaus Hoffnung, dass beim dritten Auftritt der Lemgoer in Coburg der HSC diesmal als Sieger die Halle verlässt. Denn nicht nur in der ersten Liga gab es 2017 eine 25:29-Niederlage. Bereits 2006 hatten die Vestestädter als Drittligist in der 2. Runde des DHB-Pokals mit 24:32 das Nachsehen, nachdem sie 40 Minuten mitgehalten hatten. Das war im Hinspiel nicht anders.

Beim 20:20 nach 46 Minuten gab es Hoffnung auf einen erfolgreichen Auftakt, acht Minuten später stand es 29:22. "Da haben wir unsere Ruhe verloren", weiß Mraz im Rückblick. Das soll diesmal nicht passieren, gerade weil "die beiden Guardiolas im Deckungszentrum mit allen Wassern gewaschen sind".

"Der Dominic Kelm von Lemgo"

Offen bei den Lippern, die bereits am Freitag anreisen, ist der Einsatz aller etatmäßigen Außenspieler sowie des emsigen Baijens, Torwart Zecher und Geis. Einige Akteure hatten coronabedingt bis Mittwoch noch keine Quarantäne-Freigabe erhalten. Dafür dürfte der "Dominic Kelm der Lipper", der in der Geschäftsstelle beschäftigte (ehemalige) Kreisläufer und jetzige Nachwuchskoordinator Christoph Teuerkauf, erneut reaktiviert werden und das Polo-Shirt gegen das Trikot tauschen. Zu einem Wiedersehen kommt es mit dem letztjährigen HSC-Kreisläufer Marcel Timm.

Wiedersehen mit Marcel Timm

Mraz ist froh über die Situation, "dass wir coronabedingt noch keines unserer Spiele wegen einer Quarantäne verlegen mussten, auch wenn uns diese in der Vorbereitung im Januar hart getroffen hat. Aber da hält er es mit Kehrmann: "Man muss flexibel reagieren." Ärgerlich aus HSC-Sicht ist das verletzungsbedingte Fehlen von Torwart Konstantin Poltrum, der im Hinspiel eine starke Leistung bot.