"Wir haben bestimmt zwölf Bäume dort oben, im alten Hochzeitswald", sagt Frank Schramm nachdenklich, "mit der Pflanzung meiner Eltern damals hat es angefangen." Am 28. April 1993 wurde der Coburger Hochzeitswald mit zwei Bäumen ins Leben gerufen. Einer davon gehört dem Ehepaar Dietrich und Kriemhild Schramm, die zur goldenen Hochzeit einen Baum pflanzten - und damit den Grundstein für eine lange Familientradition legten.

"Wir fanden das damals so toll", erzählt Frank Schramm begeistert, "dass wir dann bei allen möglichen Anlässen einen Baum gepflanzt haben." Ob Silberhochzeit, Taufe oder runde Geburtstage - bei einer Großfamilie gibt es schließlich genügend Gründe, um zu feiern. Doch jede Pflanzung sei etwas Besonderes, vor allem wenn Verwandte aus anderen Städten zu Besuch kommen. "Unsere Mutter ist mittlerweile leider verstorben", erzählt er, "aber wir gehen trotzdem gerne gemeinsam dort hin, packen Proviant und Getränke ein und dann erzählen wir ein bisschen von früher." Jedes Jahr im Herbst findet eine Pflanzung statt. Doch auch im aktuellen Hochzeitswald in Neuses wird es langsam eng. Etwa zehn freie Stellen gibt es noch. Aber für die Zukunft der Tradition ist bereits gesorgt: "Wir haben den danebenliegenden Acker gekauft und eine Blumenwiese angesät. Dort kann es dann weitergehen", berichtet Werner Pilz vom Grünflächenamt.

Zusehen beim Gedeihen

"Die Leute sind immer sehr glücklich und dankbar, wenn sie einen Baum pflanzen können", sagt Pilz weiter. Mit dem Blick auf den Goldbergsee und der Nähe zu Schloss Callenberg ist es für ihn ein ganz besonders schöner Ort. "Und mit der Blumenwiese haben wir ihn jetzt noch weiter aufgewertet", ergänzt er zufrieden. Vor allem für Menschen ohne eigenen Garten sieht Frank Schramm einen Vorteil in einem Hochzeitswald. "Die Bäume werden gepflegt und geschnitten und wir können zusehen, wie sie gedeihen", erklärt er und fügt nach kurzem Überlegen hinzu: "Egal für welchen Anlass, ich finde, so eine Pflanzung - das ist einfach eine schöne Geschichte."