Der Herzogenauracher Elmar Klinger, emeritierter Theologieprofessor in Würzburg, feiert am 14. April 2018 seinen 80. Geburtstag. In der Aurachstadt ist er im katholischen Seelsorgebereich als Zelebrant und Prediger in der Liebfrauenhauskirche und in der Stadtpfarrkirche sehr geschätzt. Mit seiner Heimatstadt Herzogenaurach ist er sehr verbunden, obwohl Klinger seit seinem elften Lebensjahr die meiste Zeit außerhalb Herzogenaurachs verlebt hat.
Geboren wurde er als Sohn des Geschäftsführers der Baywa, Heinrich Klinger, und seiner Ehefrau Elisabeth, geborene Bausch, im Anwesen Hauptstraße 69. Seine Mutter entstammte einer alten Herzogenauracher Familie. An die Kriegszeit hat Klinger nur wenige Erinnerungen. Allerdings empfand er die Jahre von 1943 bis 1947 als "spannende Zeit, andauernd war etwas los".
Mit seinen Klassenkameraden wurde er zwar 1944 eingeschult, der Unterricht fand im ersten Schuljahr allerdings nur sporadisch statt. Ab 1949 besuchte er das Aufseesianum in Bamberg. Wenigstens existierte für Klinger ein Bezug zur Heimat, denn als Direktor wirkte der ehemalige Herzogenauracher Kaplan Josef Kraus.
Obwohl bei Klinger schon immer ein "intellektuelles Interesse an der Religion" vorhanden war, hatte es sich im Laufe der Zeit noch weiterhin "präzisiert". Daher meldete er sich nach dem Abitur im Bamberger Priesterseminar an. Das Studium verbrachte er von 1958 bis 1960 in Bamberg. Um seine Studien weiterführen zu können, wurde er von Bamberg aus für Innsbruck freigestellt. Studienschwerpunkt war dort die Dogmatik. Leitfaden des Lehrangebotes war die "Summa Theologica" des Thomas von Aquin.


Priesterweihe und Promotion

Am 29. Juni 1965 empfing Klinger in Bamberg die Priesterweihe, gemeinsam mit dem Herzogenauracher Alexius Bucher. Als Aushilfe war er danach in Elbersberg, Schwarzenbach a. d. Saale sowie in Kemmern tätig.
Die Promotion erfolgte 1967 in München bei Karl Rahner mit dem Thema "Offenbarung im Horizont der Heilsgeschichte: historisch-systematische Untersuchung der heilsgeschichtlichen Stellung des Alten Bundes in der Offenbarungsphilosophie der Katholischen Tübinger Schule." Rahner zog es weiter nach Münster, wo der jetzige Kardinal Karl Lehmann sein erster Assistent war. Klinger löste diesen von 1967 bis 1974 als Assistent in Münster ab. Dort erfolgte auch 1974 bei Rahner seine Habilitation mit der Arbeit: "Ekklesiologie der Neuzeit. Grundlegung bei Melchior Cano und Entwicklung bis zum 2. Vatikanischen Konzil."
Anschließend wirkte Elmar Klinger als Privat-, dann als Universitätsdozent. Im Januar 1976 erfolgte seine Berufung auf den Lehrstuhl für Fundamentaltheologie und vergleichende Religionswissenschaft in Würzburg. Mit einem Studientag und einem Festakt unter dem Titel "Theologie in der Kirche und an der Universität" wurde Klinger am 17. Juli 2006 in Würzburg emeritiert.
Seit vielen Jahren engagiert er sich im Priesterkreis Burg Feuerstein. Dazu gehören alljährlich ein Diözesantreffen am 3. Oktober, eine monatliche Zusammenkunft an einem Sonntag sowie ein Studientag an einem Montag. Klinger charakterisiert die Arbeit dieses Kreises als die Beschäftigung mit Themen, die sonst nicht publik werden, aber wichtig für die Allgemeinheit sind. An die Öffentlichkeit tritt dieser Kreis mit Stellungnahmen und Veranstaltungen.


Von Büchern umgeben

Auf Anregung durch den damaligen Dekan Hans Sterzl konnte er für die Zelebration des ersten Sonntagsgottesdienstes in der Stadtpfarrkirche St. Maria Magdalena gewonnen werden. Diesen Posten hatte er quasi in Nachfolge von Stadtpfarrer i.R. Leonhard Ritter übernommen, der bis zu seinem Tod im Juli 1978 die Frühmesse betreut hatte. Inzwischen zelebriert Klinger häufig bei der Neun-Uhr-Messe im Liebfrauenhaus. Außerdem beteiligt er sich an Oster- und Weihnachtsmette, für die er oft die Predigten hielt. Auch das Fronleichnamsfest sieht ihn häufig als Mitzelebranten.
In der Ansbacher Straße 1 bewohnt er gemeinsam mit seiner Schwester Amanda Klinger das Elternhaus. Wie es jeder von einem Professor erwartet, ist er natürlich umgeben von gut gefüllten Bücherregalen. Diese enthalten zumeist Fachbücher zum Themenbereich seiner Universitätstätigkeit, aber auch Veröffentlichungen von Umberto Eco. Wobei dies allerdings etwas täuscht: Eco hatte nämlich nicht nur Publikationen wie "Der Name der Rose" geschrieben, sondern sich in einigen Titeln mit dem speziellen Verhältnis von Mensch und Religion beschäftigt.