Das zweimonatlich stattfindende mobilitätspolitische Forum der VCD-Kreisgruppe beschäftigte sich mit dem S-Bahnkonzept, welches der FDP Stadtverband Coburg Anfang März öffentlich vorgestellt hat. Der Sprecher der Kreisgruppe, Gerd Weibelzahl, begrüßte hierzu Jens-Uwe Peter von der FDP und freute sich über die gute Resonanz.

Für Jens-Uwe Peter liegt der Fokus des Konzeptes in der Schaffung neuer Angebote im Schienenverkehr, so dass jetzigen Autofahrern neue Mobilitätsoptionen angeboten werden. Peter: "In der öffentlichen Diskussion wird die starke Belastung der B 4 im Stadtgebiet Coburg problematisiert. Allerdings verkennen viele, dass gerade die großen Firmen in der Stadt Coburg wie Brose, HUK oder Kaeser völlig unzureichend mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden können."

Direktanbindung

Daher setzt die FDP auf eine Direktanbindung der Firmen mittels einer neu zu errichtenden Bahnlinie vom Coburger Hauptbahnhof über Kaeser zur HUK. Im Landkreis Coburg will Peter die Erreichbarkeit wichtiger Arbeitgeber wie Valeo in Bad Rodach oder Schumacher in Ebersdorf mittels Taktverdichtungen und neuer Haltepunkt verbessern.

Ambitioniertes Konzept

Es ist der FDP laut einer Pressemitteilung bewusst, dass das Konzept auf dem ersten Blick ambitioniert erscheint. Dabei betont Peter, dass man für die Umsetzung einen langfristigen Horizont sehe und daher ein Stufenkonzept anstrebe. Im ersten Schritt sollen neue Haltepunkte gebaut werden, danach sollen die Takte verdichtet und zuletzt soll die Neubaustrecke vom Bahnhof zur HUK in Angriff genommen werden. "Wenn wir jetzt loslegen und die Politik unseren Vorschlag unterstützt, dann können wir das Konzept bis 2030 weitgehend umsetzen", ist sich Peter sicher. Auch Baukosten von ca. 150 Millionen Euro sollten im Vergleich beispielsweise zu den Investitionen zum Ausbau der S-Bahn in München gesehen werden.

Sofortiges Handeln nötig

Gerd Weibelzahl vom VCD leitete die anschließende Diskussion. Dort wurde deutlich, dass die jetzige Situation im Mobilitätssektor ein sofortiges Handeln erforderlich macht und Ideen wie der FDP nicht im Schreibtisch des Landrats oder des Oberbürgermeisters verschwinden sollen. "Sehr wichtig ist es, dass möglichst schnell der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke zwischen Creidlitz und Dörfles in Angriff genommen wird, da das Konzept ansonsten nicht umsetzbar ist", fasst Weibelzahl die Diskussion zusammen.

Bahnübergänge beseitigen

Wichtig war den Teilnehmern auch, dass zusammen mit dem Ausbau der Strecke auch die Bahnübergänge beseitigt oder modernisiert werden. Dann erhöhe sich die Akzeptanz bei den Autofahrern, welche noch länger vor verschlossenen Schranken stehen, waren sich die Teilnehmer laut einer Pressemitteilung sicher. red