von unserem Redaktionsmitglied 
Berthold Köhler

Itzgrund — Hochwasser-Meldestufe III im Coburger Süden! Alarm? Krisenstimmung? Überschwemmte Häuser? Dieter Scherbel, geschäftsführender Beamter in der Gemeinde Itzgrund, muss ein bisschen schmunzeln, wenn er auf die Situation entlang der Itzgrund angesprochen wird. "Naja,", sagt Scherbel dann - "bei uns fängt es doch immer an, wenn es sich ein bisschen staut." Genauer: An der Ortsverbindungsstraße zwischen Hemmendorf und Lahm fängt es immer an. Deshalb ist diese am Freitagmorgen für den Verkehr gesperrt worden.
Das mit der Meldestufe III am Pegel in der Schenkenau sollte man auch nicht ganz so ernst nehmen, wie es auf den ersten Blick erscheint. Warum das so ist, erklärt Friedrich Schubart, der beim Wasserwirtschaftsamt in Kronach für das Landkreis Coburg zuständig ist: Die Meldestufe III wird nämlich dann ausgerufen, wenn "Sperrung überörtlicher Verkehrsverbindungen" angesagt sind - und das ist eben im Itzgrund schnell der Fall, weil die Staatsstraße Richtung Seßlach zwischen Kaltenbrunn und Bodelstadt außergewöhnlich tief liegt und bei Hochwasser schnell gesperrt wird.
"Für die Einheimischen ist das aber kein Problem, weil sie wissen, wie sie fahren müssen", sagt Schubart. Hauptsächlich mit dem Froschgrundsee kann das Wasserwirtschaftsamt steuern, was an (Hoch)-Wasser nach Coburg hinein kommt. Erst bei einer bestimmten Menge Wasserablauf pro Sekunde in Coburg - die bei rund 25 Kubikmeter liegt - wird oben im Froschgrund damit begonnen, das Wasser anzustauen.
In der vergangenen Nacht war das der Fall, wobei der Wasserstand im Froschgrundsee gestern noch nicht einmal einen Meter höher war als normal. Da sind noch fast zwölf Meter Luft nach oben.
Ob sich die Situation in den kommenden Tagen verschlimmern wird, ist noch offen. "Undurchsichtig", sagt Schubart, stellt sich der Wetterbericht dar, was die Niederschläge betrifft. Allerdings liegt im Thüringer Wald noch nicht so viel Schnee, dass der Erfahrung nach ein heftiges Hochwasser droht - auch wenn es warm, nass und windig werden dürfte.
Dieter Scherbel hat deshalb auch schon mit dem Wasserwirtschaftsamt gesprochen. Er rechnet zwar nicht damit, dass es am Wochenende erhebliche Behinderungen aufgrund gesperrter Straßen geben wird. Allerdings warnt der bayerische Hochwassernachrichtendienst nach dem überraschend schnellen Anstieg der Pegelstände vom Freitag davor, dass die für den Samstag prognostizierten Regenfälle die Situation verschärfen könnten. Mit entsprechender Verzögerung würde der Scheitel im Laufe des Sonntages das Coburger Land erreichen.

Fürth am Berg ist sicher

Dieser könnte dann auch den östlichen Teil des Landkreises Coburg betreffen: Nach den umfangreichen Bauarbeiten zur Hochwasserfreilegung dürfte dem Neustadter Stadtteil Fürth am Berg trotz prognostizierter Meldestufe III zwar keine Überflutung drohen, der Staatsstraße bei Wörlsdorf dagegen schon. Aber auch das, sagte Friedrich Schubart, dürfte für die Menschen im Raum Neustadt, Sonnefeld, Mitwitz keine große Überraschung sein.
Deshalb gibt es derzeit offensichtlich auch Pläne beim Staatlichen Bauamt Bamberg, die Staatsstraße bei Wörlsdorf auf eine hochwassersichere Trasse zu bringen.