Wegen einer ganzen Reihe von Diebstählen und kleineren Sachbeschädigungen in den Himmelkroner Heimen musste sich am Donnerstag ein 43-Jähriger vor dem Amtsgericht in Kulmbach verantworten. Zusammen mit einem Mitbewohner soll er dort im April und Mai 2019 in mehreren Fällen immer wieder in verschiedene Räumlichkeiten der Diakonie eingestiegen sein und verschiedene Gegenstände entwendet haben. Dabei waren erhebliche Sachschäden entstanden, die in der Regel weit über dem Wert des Diebesgutes lagen.

In einem Fall waren die beiden gewaltsam in Kellerräume eingedrungen, hatten nach wertvollen Gegenständen gesucht, aber nichts gefunden. In einem anderen Fall warfen der Angeklagte und sein Mitbewohner ein Fenster zu einem Gemeinschaftsraum ein, erbeuteten fünf Pfandflaschen im Gegenwert von 1,25 Euro, richteten dabei aber einen Sachschaden von 300 Euro an.

Zu den sonstigen Gegenständen, die beide erbeutet hatten, gehörten eine Kabeltrommel, ein Akku-Schrauber, eine Heißklebepistole und verschiedenes Werkzeug.

Unerlaubt Alkohol getrunken

Ein weiterer Anklagepunkt zielte darauf ab, dass der Beschuldigte gegen Weisungen der Führungsaufsicht verstoßen hatte. Ihm war unter anderem auferlegt worden, sich von Kindern fernzuhalten und keinen Alkohol zu konsumieren. Letzteres hatte er allerdings getan, denn gleich zweimal war ein entsprechendes Screening positiv.

Im Prozess machte der 43-Jährige keine Angaben. Sein damaliger Mitbewohner, gegen den ein gesondertes Strafverfahren läuft, das noch nicht abgeschlossen ist, räumte die Taten freimütig ein, hatte aber wenig konkrete Erinnerungen. Der 22-Jährige ist mittlerweile außerhalb von Bayern untergebracht. Er gab an, die Taten "ohne nachzudenken" begangen zu haben. "Es war irgendwie unüberlegt", sagte der junge Mann.

Der Zeuge sprach von einer ganz normalen Freundschaft. Der Angeklagte soll sich aber dem Vernehmen nach aber zu dem jungen Mann hingezogen gefühlt haben. "Die fanden sich gegenseitig interessant", sagte eine Betreuerin.

Der Versuch von Verteidigerin Hanna Henning aus Hungen, den Beschuldigten in ein günstiges Licht zu rücken, seinen Tatbeitrag möglichst gering darzustellen und die Schuld an den Diebstählen und Sachbeschädigungen dem Zeugen in die Schuhe zu schieben, ging so allerdings nicht auf. Beim Diebstahl eines Lautsprechers sei der Zeuge nur daneben gestanden, während ihn der Angeklagte an sich genommen hatte. Auch bei einem Fenster, das aufgrund eines vorhergehenden Einbruchs der beiden zu Bruch gegangen und mittlerweile mit einem Holzverschlag gesichert war, sei es der 43-Jährige gewesen, der den Verschlag abgerissen hatte, um erneut einzusteigen.

Was den Verstoß gegen das Alkoholverbot anging, berichtete der zuständige Bewährungshelfer, dass sich der Angeklagte beim ersten positiven Screening noch mit einem Hustensaft herausreden konnte, den ihm seine Mutter gegeben habe. Aber auch die nächste Alkoholkontrolle sei deutlich positiv ausgefallen, so dass daraufhin Strafanzeige wegen eines Verstoßes gegen die Weisungen der Führungsaufsicht erfolgte. Am Rande wurde bekannt, dass der Beschuldigte wohl zuvor mit seiner Betreuerin auf dem Baille-Maille-Fest in Himmelkron war.

Die Verhandlung wurde gestern Abend ergebnislos unterbrochen. Sie soll in drei Wochen fortgesetzt werden.