Die Marktgemeinde ist bemüht, ihr historisches Rathaus auch für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte leicht zugänglich zu machen. Denkmalschutz und die Lage des Gebäudes im historischen Ensemble der Kerngemeinde machen bauliche Veränderungen fast unmöglich.
Den "Stein der Weisen" hat jetzt Architekt Uwe Müller aus Coburg gefunden: ein Treppenlift für den Rathauseingang. Bei der Gemeinderatssitzung am Montag stellte Müller die Planung vor. Der spezielle Plattformlift werde im Eingang installiert. Er sei für die nachträgliche Montage vorgesehen und passe sich der Architektur, dem Treppenverlauf und dem Platzangebot an. Vom leichten Einstieg über die komfortable Fahrt bis zum Zusammenklappen der Plattform - die Benutzung des Rollstuhllifts sei im Vergleich zu einem Treppenlift vollständig auf die Bedürfnisse eines Rollstuhlfahrers zugeschnitten.


Kosten: knapp 25 000 Euro

Anhand einer Skizze erläuterte Müller den Vorgang des Einstiegs. Der Rollstuhlfahrer verlässt sein am Rathaus parkendes Auto, rollt am Eingang vorbei, dreht sich um 180 Grad und rollt dann von oben auf die Plattform, die er zuvor mit einem außen angebrachten Knopf aktiviert. Oben angekommen verlässt er die Plattform, die anschließend wieder automatisch hochgeklappt wird. Die Kosten bezifferte Uwe Müller auf 24 233 Euro brutto. Ein zusätzlicher Sitz für Gehbehinderte würde rund 300 Euro mehr kosten.
Die Zufahrt zur Turnhalle in Horb an der Rückseite der Dorfstraße soll mit der Bezeichnung "Am alten Main" gewidmet werden. Der Zugang zu den Häusern mit ihren Hausnummern bleibe an der Dorfstraße, erläuterte Bürgermeister Gregor Friedlein-Zech (FWM).
Die Anregung aus der Bürgerversammlung vom 19. Juni, die Öffnungszeiten der Grüngutsammelstelle am Spitzberg zu verändern, wurde vertagt. Zunächst solle der Bedarf durch Befragung der Anlieferer festgestellt werden. In diesem Jahr sollen die Öffnungszeiten an Samstagen von 10 bis 12 Uhr bleiben, so der Bürgermeister.
Der Anregung, das Wasserschutzgebiet in Horb aufzuheben, wurde mit einer Gegenstimme entsprochen. Da die Versorgung des Gemeindegebiets auf Fernwasser umgestellt worden sei und nicht mehr durch Tiefbrunnen erfolge, entfalle die regelmäßige Prüfpflicht mit den entsprechenden Kosten, sagte Friedlein-Zech. Im Geltungsbereich des betreffenden Wasserschutzgebiets zählten auch Heizöltanks dazu. Hubert Gehrlich (FWM) war gegen die Aufhebung des Schutzgebiets. Er sah die Gefahr der dann möglichen Gülleausbringung auf die umgebenden Felder, die den Nitratgehalt des Grundwassers erhöhen könnten.
Heinz Fischer (FWM) berichtete von Verunreinigungen an der Engstelle der Straße Am Flecken 45. Der Besitzer solle gebeten werden, den Zustand zu ändern.