Mehrere Monate lang hatten sieben Jugendliche des Wohnheims St. Michael des Heilpädagogischen Zentrums der Caritas regelmäßig trainiert, um sich auf die nationalen Special-Olympics-Meisterschaften in Hannover vorzubereiten, bei denen sie alle in der Sportart Badminton an den Start gingen. Ihre Anstrengungen waren von Erfolg gekrönt, kehrten sie doch mit mehreren Medaillen im Gepäck nach Hause zurück.
Special Olympics ist die weltweit größte Sportbewegung für Menschen mit geistiger Behinderung und Mehrfachbehinderung. Im Sinne von Inklusion soll dabei die Akzeptanz von Menschen mit geistiger Behinderung in der Gesellschaft verbessert werden. Schließlich trägt Sport nicht nur zur körperlichen Fitness bei, sondern er fördert das Selbstvertrauen sowie das Selbstwertgefühl.
Jugendliche des Wohnheims St. Michael beteiligen sich schon seit einigen Jahren erfolgreich an den Special Olympics. Voller Spannung und mit großen Erwartungen traten die sieben Sportler zusammen mit ihren Betreuern die Reise in die niedersächsische Landeshauptstadt an. Ein erster Höhepunkt der unter der Schirmherrschaft von Daniela Schadt, der Lebensgefährtin des Bundespräsidenten Joachim Gauck, stehenden Veranstaltung war die eindrucksvolle Eröffnungsfeier in der Tui-Arena unter der Mitwirkung von bekannten Persönlichkeiten aus Sport, Show und Musik. So wünschte beispielsweise der bekannte Fußballprofi Per Mertesacker, der das inklusive Motto "Gemeinsam stark" besonders herausstellte, den 4800 teilnehmenden Athleten, die in 18 Sportarten antraten, viel Erfolg und vor allem Spaß in den unterschiedlichen Disziplinen.
Nach einem Vorbereitungstraining am Tag nach der Ankunft fanden unter Berücksichtigung von Leistungsvermögen, Alter und Geschlecht Klassifizierungswettbewerbe statt, um die Teilnehmer in Gruppen mit vergleichbarem Leistungsniveau einteilen zu können. Nun konnte der eigentliche Kampf um die Plätze beginnen. Hochmotiviert gingen die Mädchen und Jungen vom Obermain in die Kämpfe.
Vier Teilnehmer (Jessica Wohlfarth, Daniel Gertloff, Nicolas Fleischer, Lucas Grund) durften sich über eine Bronzemedaille und zwei Starter sogar über eine Silbermedaille (Josephine Wohlfarth und Richard Plihal) freuen. Hinzu kam noch ein guter vierter Platz von Frederik Kaller. Während ein Teilnehmer erstmals bei diesen Wettkämpfen am Start war, waren einige Sportler schon von Anfang an dabei. So konnten die beiden Schwestern Jessica und Josephine Wohlfarth bereits fünf Medaillen erringen. Nach den sportlichen Anstrengungen kam natürlich auch das Freizeitvergnügen nicht zu kurz.
Die sportbegeisterten Bewohner des Wohnheims St. Michael wollen sich aber nicht auf ihren Erfolgen ausruhen, sondern sie haben bereits fest eine Teilnahme an den Special Olympics Landesspielen vom 12. bis16. Juli 2017 in Hof ins Auge gefasst. Da die Beteiligung an solchen mehrtägigen Sportveranstaltungen sehr kostenintensiv ist, würden sich die Sportler eine Unterstützung durch einen Sponsor wünschen. Alfred Thieret