Charlotte Wittnebel-Schmitz Michaela und Roland Metz, die in der Kirchbergstraße in Garitz wohnen, sind immer noch entsetzt darüber, was mit ihrer Katze geschehen ist. "Es war der Horror", sagt Roland Metz. "Unsere Katze hat gejammert und gebrüllt. So habe ich sie noch nie gehört."

Er habe am Samstagnachmittag im Garten gearbeitet und Sträucher geschnitten. Frieda habe in seiner Nähe gelegen. Sie habe sich nur rund 15 Minuten aus dem Garten entfernt. Als er sie wieder entdeckte, konnte er zunächst seinen Augen nicht trauen. "Auf den ersten Blick dachte ich, sie sei gebissen worden oder durch einen Kampf mit anderen Katzen verletzt." Die rote Farbe sah von weitem aus wie Blut.

Als er sich dem Tier näherte, habe er den merkwürdigen Geruch wahrgenommen, der ihm bekannt vorkam. "Ein penetranter, süßlicher Geruch", sagt Michaela Metz.

Die rote Substanz sei über den gesamten Katzenkörper verteilt gewesen. "Es war vor allem auf dem gesamten Rücken bis hin zum Kopf." Es sei so viel gewesen, dass das Mittel zu Boden tropfte.

Überall Schaum

Als Roland Metz die Katze anfasst und versucht, sie im Garten mit Wasser aus der Gießkanne zu reinigen, schäumt plötzlich alles auf. Es folgten Waschbecken und Dusche - nichts half, je mehr er das Tier mit Wasser reinigte, desto schlimmer sei es geworden. "Alles schäumte. Es war eine wahnsinnige Menge." Die ganze Prozedur in der Dusche habe um die zweieinhalb Stunden gedauert. "Das Zeug musste runter", sagt Roland. "Das war schon eine Tortur", sagt Michaela. Ihre Katze sei ganz ruhig sitzen geblieben. Ihr Herz habe aber ganz schnell geschlagen. "Man leidet mit dem Tier mit", sagt Michaela.

Zum Glück entdeckte Roland die notleidende Katze so schnell, dass sie wohl nicht dazu kam, sich das Mittel vom Fell zu lecken. "In dem Felgenreiniger ist jede Menge Chemie drin", sagt Michaela. Roland befürchtet, dass die Katze dann das ganze Maul voller Schaum gehabt hätte.

Schon zum zweiten Mal passiert

"Das ist nun schon das zweite Mal", sagt Michaela. Im Frühjahr, irgendwann Ende April/Anfang Mai, als alles geblüht habe, sei ihre Katze schon einmal mit diesen Farbspritzern an den Beinen zu ihnen gekommen. Damals hätten sie sich etwas darüber gewundert, die Farbe zunächst für Blütenstaub gehalten, sie mit einem Haushaltstuch entfernt, sich aber nichts weiter dabei gedacht. Jetzt wissen sie: "Das ist eindeutig das gleiche Zeug."

Es sei reiner Zufall gewesen, dass Roland den Felgenreiniger kenne. Zum Test habe er das Mittel auf ein Küchenrollenpapier gesprüht. Das Ergebnis für sie eindeutig: Gleicher Geruch, gleiche Konsistenz, gleiche Farbe wie an ihrer Katze.

Der Felgenreiniger kostet je nach Geschäft zwischen zehn und zwanzig Euro. Nichts, was man einfach mal über eine Katze sprühe, findet die Familie.

Wohl kein Versehen

Frieda sei so durchtränkt mit dem Mittel gewesen, dass sie ein Versehen ausschließen. Ihre Katze sei Fremden gegenüber zudem sehr scheu.

Sie vermuten, dass jemand das Tier festgehalten haben könnte oder es in die Enge gedrängt hat, um die Flüssigkeit auf der Katze zu verteilen. "Derjenige, der das gemacht hat, wusste ganz genau, was er tut", ist Roland überzeugt. Das Tier habe man auch mit anderen Mitteln vertreiben können, etwa mit einem Wasserschlauch oder indem man mehrmals laut in die Hände klatsche.

"Wir mussten darauf reagieren. Das konnten wir nicht so stehen lassen", sagt Michaela. Sie denken auch an Misshandlung von Pferden oder an vor Jahren ausgelegte Giftköder.

Ihr Sohn habe ihnen geraten, den Vorfall bei der Polizei zu melden. Vielleicht hätten andere Tierbesitzer Ähnliches an ihren Tieren festgestellt.

Hat jemand etwas gesehen?

In ihrem Umfeld hätten viele Familien Katze oder Hunde. Familie Metz will andere Menschen warnen und hofft auf Hinweise von Personen, die etwas gesehen haben könnten. "Das kann man ja auch anonym melden", sagt Roland.

"Wir beschuldigen niemand", sagt Michaela. Vermutungen will die Familie keine aufstellen. "Das geht nur nach hinten los."

Die Polizei hätte keine Anzeige aufgenommen, aber einen Aktenvermerk gemacht, falls weiter Hinweise aufgenommen werden sollten.

"Es ist eine komplett neue Situation", sagt Michaela. Seit dem Ereignis sähen sie jetzt ständig nach, was mit der Katze sei. Bei einem Tagesausflug wollen sie die Katze vorerst drinnen lassen.

Wenn Ihnen und Ihrem Tier Ähnliches passiert ist oder Sie möglicherweise etwas beobachtet haben, das mit dem Fall zusammenhängen könnte, melden Sie sich bitte bei der Polizeiinspektion Bad Kissingen, Tel.: 0971/714 90.