Eckehard Kiesewetter

Vorbach — Jesus von Nazareth kehrte einst in seine Heimat zurück und wurde von den Menschen nicht mehr als einer der ihren erkannt, zurückgewiesen und abgelehnt. Diese Erfahrung, die im Evangelium geschildert wurde, sollte den Menschen erspart bleiben, forderte Pfarrer Pater Rudolf Theiler, der Stadtpfarrer aus Ebern, beim Festgottesdienst am gestrigen Sonntag in Vorbach.
Erst recht jenen, die nach Jahren oder Jahrzehnten als Jubilare wieder in ihre Heimat zurückkehrten. In und vor einem Zelt auf dem Festplatz des Eberner Stadtteiles feierten die Vorbacher, Reutersbrunner und Unterpreppacher mit ihren Gästen Pfarrfest und zugleich Jubelkommunion. Zwei Dutzend einstige Kinder der drei Orte waren gekommen, um wie bei der Erstkommunion vor zehn, 25, 40, 50,60, 70 oder gar 80 Jahren nochmals gemeinsam das Mahl des Herren zu feiern.
Der Pfarrer sprach von einem Anlass, Erinnerungen aufzufrischen, versäumtes Wissen über die Erlebnisse zu Entwicklungen der Bekannten nachzuholen, Veränderungen wahrzunehmen oder auch Erschütterndes zu teilen.
Man solle Menschen nicht in Schubladen stecken, Vorurteile hegen oder weitertragen. Stattdessen seien Christen aufgefordert, wie sie es bei der Kommunion gelernt hätten, die Welt wieder menschlicher zu machen, sich für Gerechtigkeit und Frieden einzusetzen und den Nächsten zu achten.


"Eine geheimnisvolle Linie"

Jesus habe das vorgelebt, aber auch die Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan, deren Gedenktag am Sonntag gefeiert wurde. Theiler wünschte den Jubilaren die Erfahrung, dass Gott sie "wie auf einer geheimnisvollen Linie" durchs Leben begleitet.
Günther Becht wurde am Ende der Messfeier für 20-malige, Elisabeth Schrauder für zehnmalige Teilnahme an der Kreuzbergwallfahrt ausgezeichnet.
Den Gottesdienst umrahmte die Jugendblaskapelle Unterpreppach musikalisch. An der Saftbar der Ministranten und an Essens- und Getränkeständen herrschte bei idealem Sommerwetter stundenlang Hochbetrieb, die Kinder hatten viel Spaß beim Basteln, Spielen und Malen und ein Pfarrrätsel stellte die Festbesucher vor knifflige Fragen.
Kirchenmusiker Wolfgang Schneider und drei seiner Schüler boten eine Kirchen- und Orgelführung im kleinen Vorbacher Gotteshaus Johannes der Täufer an.


Die Jubilare

Folgende Jubilare feierten in Vorbach:
80 Jahre: Rosa Pfister, Ebern;
70 Jahre: Helga Biegler, Rita Welsch, Unterpreppach; Walter Ebert und Cäcilie Walz, beide Reutersbrunn; Hedwig Storath und Hedwig Reuther, beide Bischwind a.R., sowie Helga Pschenitschka, Ebern;
60 Jahre: Rosalinde Schlaug, Rentweinsdorf; Irmgard Hümmer, Bamberg; Gertrud Friedrich, Coburg; Klara Schramm, Unterpreppach; Brigitte Nechvatal, Lech am Rhein, und Helge Langer, Ebern;
50 Jahre: Monika Kaiser, Maria Heimlich, Karl-Heinz Bezdeka und Gerhard Vollkommer, alle Ebern;
40 Jahre: Matthias Oppelt, Neubrunn, und Margit Raab, Unterpreppach;
25 Jahre: Katrin Schauer, Bramberg;
zehn Jahre Annalena Jäger und Felix Saxinger, beide Vorbach.