von unserem Mitarbeiter Peter Groscurth

Forchheim/Bamberg — Gibt es neue Verzögerungen beim vierspurigen Ausbau der ICE-Trasse zwischen Baiersdorf und Eggolsheim? Das zumindest befürchtet wohl Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Er hat jetzt einen Brief an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) verfasst, in dem er sich dafür einsetzt, dass die "verkehrliche Notwendigkeit der Viergleisigkeit zwischen Forchheim und Bamberg im Bundesverkehrswegeplan" abzusichern sei.
Gestern zeigte sich Forchheims OB Franz Stumpf (CSU/WUO) über dieses Schreiben mehr als erstaunt. Auf dem Erörterungstermin zur Planfeststellung der ICE-Verbindung in der Jahnhalle konfrontierte er die Verantwortlichen der Bahn damit, wollte von ihnen wissen, ob der Ausbau überhaupt im Bundesverkehrswegeplan enthalten sei. Für Forchheim geht es schließlich um viel. Denn nur mit dieser 300 Millionen Euro teuren Investition sei der Bau der neuen S-Bahn-Haltestelle Forchheim-Nord möglich.

Planer legen sich nicht fest

Der Chefplaner der Bahn, Alfons Plenter, antwortete zunächst nur vage: "Unsere Aufgabe ist die Durchführung des Vorhabens." Andreas Geiger, Anwalt der Bahn, wurde ein wenig konkreter: "Der viergleisige Ausbau ist als Projekt Nummer 9 im Bundesverkehrswegeplan enthalten." Doch ob es dabei bleibt, dazu kam keine gesicherte Aussage. "Eine Fortschreibung ist Zukunftsmusik", so Geiger weiter.
Kopfschütteln bei Claus Schwarzmann (BB), dem Bürgermeister von Eggolsheim. "Ich frage mich, was wir hier überhaupt planen", erklärte er. Schließlich habe selbst der Leiter des Ausbauprojekts, Olaf Drescher, in Hirschaid festgestellt, dass die Bahn das Verkehrsaufkommen auf der ICE-Strecke auch in den kommenden Jahren zweigleisig abwickeln könne.
Zuvor hatte Schwarzmann in markigen Worten die Planungen der Bahn kritisiert, unterstellte den Verantwortlichen, dass sie ohne Einbindung der betroffenen Bürger und Kommunen den Ausbau vorantrieben. Die viergleisige Strecke koste alleine seiner Marktgemeinde einen zweistelligen Millionenbetrag, prangerte Schwarzmann an. "Das kann es doch nicht sein."
Und auch er schloss sich der Ansicht von OB Franz Stumpf an, gegen den Ausbau zu klagen, wenn die Bahn nicht nachbessern sollte. Heute können übrigens Bürger aus der Region ab 10 Uhr ihre Einwendungen gegen das ICE-Projekt in der Jahnhalle auf dem Erörterungstermin vortragen. Sofern sie eines der 1300 Schreiben verfasst haben, die dazu vorher bei der Bahn eingegangen sind.