Die erste Mediation zum Neubau der Milseburghütte, also die Vermittlung zwischen Landkreis, Regierungspräsidium, Gemeinde Hofbieber und der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), ist ohne Ergebnis geblieben. Ende Mai soll ein zweiter Termin stattfinden.

Die Parteien haben sich darauf geeinigt, Stillschweigen über den ersten Termin zu wahren und keine Informationen über die Inhalte der Vermittlung nach außen dringen zu lassen, heißt es von der Pressestelle des Landkreises.

Der nächste Termin ist nach Informationen unserer Zeitung für Ende Mai angesetzt. Dann wird ein neuer Versuch unternommen, um zu einer Einigung zu kommen. Ein eigens eingesetzter Güterichter versucht, eine Lösung zu erreichen, mit der beide Seiten leben können. Das bedeutet aber auch, dass in dieser Zeit hinsichtlich des Hüttenneubaus nichts passiert - Wanderfreunde stehen weiterhin vor verschlossenen Türen.

Landkreis Fulda und die HGON hatten sich auf eine Vermittlung geeinigt, nachdem dieser Weg einer Schlichtung vom Verwaltungsgericht Kassel vorgeschlagen worden war. Damit soll ein langer Klageweg verhindert werden.

Furcht vor touristischem Magnet

Vor dem Verwaltungsgericht sollte ursprünglich eine Klage der HGON gegen das Bauprojekt verhandelt werden. Nachdem die Obere Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums Kassel den Bauantrag unter bestimmten Bedingungen Ende November vergangenen Jahres genehmigt hatte, klagte der Naturschutzverband umgehend gegen die Pläne in dem sensiblen Kernzonenbereich des Biosphärenreservats unterhalb des Milseburggipfels. Die HGON befürchtet, dass durch eine neue Hütte ein touristischer Magnet entsteht und das Gebäude größer als das bisherige wird.

Der Landkreis hält die naturschutzrechtlichen Konflikte für lösbar und sagt, die Vorwürfe der HGON seien haltlos. Es müsse so geplant werden, dass in einer neuen Hütte auch die Hygiene und der Brandschutz gewährleistet seien. Seit der Klage ruhen alle Aktivitäten hinsichtlich eines Neubaus. Die Hütte ist seit Ende September 2019 geschlossen. Die Milseburgfreunde müssen wohl bei einem Gipfelbesuch in den nächsten Wochen ihre Verpflegung im Rucksack mitbringen.