Die Entscheidung über den Verlauf der geplanten Stromtrassen in Oberfranken befindet sich auf der Schlussgerade. Der Coburg/Kronacher Bundestagabgeordnete Hans Michelbach (CSU) sagte nach einem Gespräch mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier am Freitag in Berlin: "Nach den Plänen des Wirtschaftsministeriums sollen die Vorabentscheidungen noch im Juni fallen."

Einer Pressemitteilung zufolge machte Michelbach in dem Gespräch noch einmal deutlich, dass die geplanten Trassen durch die Region Coburg/Kronach von den Bürgern weiterhin ausnahmslos abgelehnt würden, und unterstrich noch einmal die zahlreichen Argumente gegen eine Realisierung.

Michelbach soll den Minister zugleich vor "Wortbruch gegenüber der Region" gewarnt haben. "Wir haben der Thüringer Strombrücke zugestimmt, weil man uns versichert hat, dass wir damit unseren Beitrag zur Strominfrastruktur geleistet haben und keine weiteren Höchstspannungstrassen durch die Region geführt werden", schreibt Michelbach in seiner Mitteilung und weiter: "Ich habe den Minister noch einmal klar und deutlich zur Einhaltung dieser Zusage aufgefordert. Und ich habe Peter Altmaier zu verstehen gegeben, dass ein Abrücken von der damaligen Zusage ein massiver Vertrauensbruch wäre. So darf man den guten Willen der Menschen in der Region nicht missbrauchen."

Das Versprechen, auf das sich Hans Michelbach bezieht, geht auf eine Zusage zurück, die in der Planungsphase für die inzwischen gebaute Stromtrasse durch die Region gemacht wurde. Ein schriftlicher Nachweis dazu liegt offenbar jedoch nicht vor.

Bei seinem Besuch im Zuge einer Reise in Planungsregionen für neue Trassen hatte Altmaier wenig Zweifel daran gelassen, dass er weitere Trassen für den Stromtransport von Norden nach Süden für absolut nötig hält und diese mit großem Nachdruck so schnell wie möglich realisieren will. red