von unserem Mitarbeiter Hans Haberzettl

Coburg — In einer von Leidenschaft und Offensivgeist geprägten Auseinandersetzung besiegte der FC Coburg den FC Bayern Kitzingen trotz eines 0:2-Rückstandes auf Grund eines starken Finishs und der Lufthoheit verdient mit 4:3 (3:2). Als Matchwinner des Nachholspieles auf dem Kunstrasen erwiesen sich Daniel Sam und Andre Meyer mit je zwei Treffern.
Der Aufsteiger, der eine Bereicherung für die Landesliga Nordwest darstellt, kann nun mit 36 Punkten aus 22 Begegnungen auf Rang fünf beruhigt in seine verdiente Winterpause gehen. Die keinesfalls enttäuschenden Gäste, die zwischenzeitlich sogar an der Tabellenspitze mit mischten, rutschten nach sechs Niederlagen in Folge auf Rang neun ab.
Das abwechslungsreiche Match begann für die Hausherren unglücklich. Nach einer Flanke von Andre Hartmann brachte Johannes Westhäuser den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Ahmed Bakare (7.) staubte zum 0:1 ab. Wenig später senkte sich ein Heber von Sebastian Stumpf knapp über die Querlatte.
"Was ist los, wir haben keine klare Zuordnung", wetterte Heimcoach Christoph Böger. Diese fehlte völlig, als erneut Hartmann eine Ecke von rechts scharf an den langen Pfosten zirkelte. Daniel Endres (15.) netzte unbedrängt zum 0:2 ein.
Erst danach besann sich der FCC auf seine Offensivqualitäten. Einen tückischen Freistoß von Carl Philipp Schiebel parierte Keeper Nico Gaubitz. Dann schlug Sam (21.) eiskalt zu. Nach einer schnellen Kombination vom eigenen Strafraum aus legte Meyer ihm das Leder exakt in den Lauf. Gegen seinen knallharten Aufsetzer war kein Kraut gewachsen.
Im Strafraum der Unterfranken brannte es in der Folge lichterloh. Jannik Feidel rettete nach einem Kopfball von Sam auf der Linie. Bayern-Abwehrchef Benedikt Jandl hatte Glück, dass er nach einer Notbremse nur gelb sah.
Dann der längst fällige Ausgleich. Einen Freistoß von Schiebel verlängerte Sam auf Meyer (35.), der trotz Bedrängnis aus kurzer Distanz vollendete. Ein unberechtigter Abseitspfiff raubte Meyer (41.) die Chance nachzulegen. Die Führung zum 3:2 blieb Sam (45.) nach einem eindeutigen Handspiel von Bakare per Elfmeter vorbehalten.
Noch nicht voll im Bilde waren die Vestestädter zu Beginn des zweiten Durchgangs, ohne ihren wegen einer Oberschenkelverletzung in der Kabine gebliebenen Goalgetters Daniel Sam. Nach einer gelungenen Ballstafette der FVler rettete Torhüter Daniel Shabestari zunächst mit einem Superreflex gegen Feidel. Doch bei dessen Nachschuss war er allerdings machtlos. Jetzt stand die Partie auf des Messers Schneide.
Als Bakare Maximilian Wunder präzise steil schickte, verhinderte Shabestari durch energisches Herauslaufen Schlimmeres.
In der entscheidenden Phase bauten die mannschaftlich geschlossenen Hausherren zunehmend Druck auf, der den Widersacher regelrecht in seiner eigenen Hälfte einschnürte. Eine Glanztat von Gaubitz nach einem platzierten Kopfstoßschuss des eingewechselten Marc Schwesinger hielt seine Truppe noch auf Kurs. Eine Lehrbuch mäßige Sener-Flanke mit Effet wuchtete Meyer (82.) mit der Stirn zum erlösenden 4:3-Triumph in den Winkel.


Trainerstimmen

Christoph Böger (FC Coburg): Beide Mannschaften zeigten ein sehr attraktives Spiel. Wir hatten den schlechteren Start, schafften es aber rechtzeitig, dank unserer tollen Moral, den Schalter umzulegen.
Wir waren den einen mehr erzielten Treffer besser. Als kritisch erwies sich die Verletzung von Daniel Sam, durch die ich auf drei Positionen umstellen musste. Ab der 60. Minute haben wir mehr investiert. Das zahlte sich aus. Bärenstark zeigte sich Sertan Sener auf der rechten Seite. Andre Meyer ist auf jeder Position einzusetzen.
Tamer Yigit (FV Bayern Kitzingen): Das war eine verrückte Partie, die auch 7:7 hätte ausgehen können. Bis zur 25. Minute präsentierten wir uns als die bessere Elf. Sogar eine höhere Führung war möglich. Der überragende Daniel Sam brachte Coburg wieder heran. Es passt zu unserer Situation, dass wir für einfache Fehler bestraft werden. In der entscheidenden Phase gelang es uns nicht, unsere Konter besser auszuspielen.