Christen aller Konfessionen, ja selbst Muslime begingen heuer das Weihnachtsfest gemeinsam auf dem Höchstadter Marktplatz. Bereits am frühen Nachmittag fand an der Lourdesgrotte eine Kindersegnung statt, bei der Stadtpfarrer Kilian Kemmer ein junges Elternpaar zitierte, das nicht lamentierte über das, was alles zum diesjährigen Weihnachtsfest nicht sein kann, sondern ermutigend feststellte: Wir haben doch unser Kind.

Das Jesuskind in der Krippe gehört allen Menschen gleichermaßen, griff Kilian Kemmer den tröstlichen Gedanken auf und machte Mut, die Weihnachtsbotschaft als aufrichtend zu empfinden. "Fürchtet euch nicht", sei keine Verharmlosung, sondern aufgrund der Nähe Gottes zu den Menschen ein tragfähiges Fundament.

Diese Botschaft beherzigten auch die Verantwortlichen der St.-Georgs-Pfarrei für die Vorbereitung der Weihnachtsfeierlichkeiten unter den Gegebenheiten der Pandemie. "Nicht ausfallen lassen, sondern sich etwas einfallen lassen - safety first" , lautete das Motto für das genehmigte Infektionsschutzkonzept im Hinblick auf die beiden Mettenfeiern auf dem Marktplatz.

Auch die schlechten Wetterprognosen hinderten weder das Vorbereitungsteam an der Planung, noch die Gottesdienstbesucher am Kommen. Der Vorsitzende des Festausschusses Georg Franz, Pfarrgemeinderatsmitglieder und eine große Schar ehemaliger Ministranten übernahmen den Ordnungsdienst und kontrollierten sehr konsequent einen regelkonformen Ablauf. Nach Angaben des katholischen Pfarramtes verhielten sich die Gottesdienstbesucher äußerst diszipliniert.

Eine Mischung aus einer gewissen Trübsal einerseits und einer Dankbarkeit, das Fest zwar mit Masken, Abstand und ohne Gemeindegesang, aber doch gemeinsam begehen zu können, war angesichts der großen Ergriffenheit deutlich spürbar.

Die Altarinsel vor dem Rathauseingang gestalteten Klaus und Renate Lehmann zusammen mit dem städtischen Bauhof. Für die beiden kurzen Metten sorgte Benedikt Döring vom Ministrantenleitungsteam für eine gut verständliche akustische Beschallung. Die Stadtkapelle unter der Leitung von Georg Römer war aus der Ferne genauso zu hören, wie der Gesang und das Klavierspiel von Rektor Michael Ulbrich oder das Orgelspiel und die Trompetensoli von Henning Schwarz und Martin Oberle.

Das Seelsorgeteam von St. Georg wollte gerade in diesem Jahr die Zuversicht der Weih-nachtsbotschaft sehr weit streuen. Pastoralreferentin Monika Urbasik feierte deshalb einen Gottesdienst im Seniorenzentrum St. Anna. Krankenhausseelsorger Diakon Georg Paszek betreute in gleicher Weise das Kreiskrankenhaus St. Anna.

Nachdem die Weihnachtspredigt aus Zeitgründen bei den beiden Mettenfeiern entfiel, faltete das Ministrantenleitungsteam die niedergeschriebenen Gedanken ihres Pfarrers Kilian Kemmer in 1200 weihnachtlich dekorierte Kuverts, die sie an alle Gottesdienstteilnehmer austeilten.

In der von Mesner Gerhard Wirkner und Andrea Vogel festlich dekorierten Stadtpfarrkirche kann nach wie vor an sieben Stationen das Weihnachtsevangelium in figürlicher Krippendarstellung betrachtet werden. Für die diversen Aufbauarbeiten zeigten sich wieder Kirchenrat Johannes Riegler mit seinem Team und die Grottenbaugruppe zur Hilfe bereit.

In Gremsdorf und Sterpersdorf

Am Ende der Feiern auf dem Marktplatz durften drei Strophen des Liedes "Stille Nacht" als Sologesang nicht fehlen. Mit dem Krippenkind zog Stadtpfarrer Kilian Kemmer in den Innenhof des Seniorenzentrums St. Anna und vor die Spitalkirche, um Bewohner und Patienten sowie Ärzte und Pflegepersonal von Altenheim und Krankenhaus zu segnen.

Auch in der Sterpersdorfer Pfarrei St. Vitus entschied man sich für eine Christmette unter freiem Himmel auf dem Kirchplatz. Kilian Kemmer dankte auch nach der dortigen Feier dem Pfarrgemeinderat und der Kirchenverwaltung für eine perfekte Organisation.

In Gremsdorf St. Ägidius ermöglichten zwei Mettenfeiern mit Pfarrer James Nangachi-veetil den Menschen einen Gottesdienst. Petra Fischer und Monika Köberlein kümmerten sich in den beiden Dorfkirchen um ansprechende Weihnachtsmusik. Die in den drei Pfarreien zusätzlich anberaumten Gottesdienste - darunter allein acht unter freiem Himmel - entzerrten den sonst üblichen Ansturm wirkungsvoll, auch an den folgenden Feiertagen. nr