von unserem Mitarbeiter Stephan Stöckel

Altenkunstadt/Kulmbach — Nils Langer sitzt in seiner Wohnung in Berlin. 365 Kilometer entfernt in der Kulmbacher Kommunbräu haben sich seine ehemaligen Musikerkollegen von der Gruppe "Devilizer" zu einem gemütlichen Plausch getroffen. "Ach, wie wäre es doch schön, wieder mit ihnen zusammenzuspielen", seufzt der Altenkunstadter in sein Telefon. In der Bierstadt schwelgt man derweil in Erinnerungen. "Welche heimische Band kann schon von sich behaupten, einen Dudelsackpfeifer in seinen Reihen gehabt zu haben?", entfährt es Bassist Philipp Rösch, der auch bei der Band "Saitenwynd" spielt.

Unfreiwillige Trennung

Im vergangenen Jahr hatte sich die Band unfreiwillig von ihrem Gruppenmitglied trennen müssen: Der heute 21-Jährige, Sohn des Burgkunstadter Musicalkomponisten Udo Langer, hatte vor einem Jahr in Berlin am jüdischen Klinikum seine Ausbildung zum Krankenpfleger begonnen, die er nun ab 1. April im Bamberger Klinikum fortsetzen möchte. Als die Musiker von "Devilizer" davon erfahren, legt sich ein Strahlen über ihr Gesicht. "Es war schon eine feine Sache mit ihm. Er ist als Gastmusiker gerne willkommen, wenn er wieder in unsere Region zurückkehrt", meint Gitarrist Niklas Müller. Was hält Langer von einem Wiedereinstieg bei seinen alten Freunden? "Ich hätte schon Lust darauf." Zudem findet der Noch-Berliner, der bald wieder zum Oberfranken wird: "Die altdeutsche Sackpfeife, wie der Dudelsack, den ich spiele, korrekt heißt, verfügt über einen kräftigen Klang, der gut zu einer fetzigen E-Gitarre passt." Kennengelernt hatten sich die Metalmusiker und der Dudelsackspieler beim Jubiläumskonzert von "Saitenwynd" am 17. März 2012 in der Kleinkunstkneipe "Nepomuk", wo "Devilizer" und Niels Langer die altgedienten Folkmusiker begleiten durften. Metalklang und Minnesang hatten sich daraufhin ein Jahr lang auf wundersame Weise gekreuzt.

Geeignet fürs Didgeridoo?

Nun wollen beide Seiten wieder gemeinsame Sache machen. Auch eine Aufgabe hätten die Musiker für ihren ehemaligen Bandkollegen. "Auf unserem aktuellen Album, das wir gerade einspielen, gibt es ein Lied, das wir am Anfang mit dem Klang eines australischen Didgeridoos veredeln wollen. Da Niels das obertonreiche Blasinstrument gut spielen kann, wäre er der ideale Musiker", meint Müller. Er und seine Bandkollegen, Gitarrist Vincent de Fallois und Sänger Lorenz Beutner sowie Schlagzeuger Philipp Sesselmann, stecken mitten in den Aufnahmen zum noch namenlosen Debütalbum, das Mitte des Jahres erscheinen soll.
Ob gemeinsame Konzerte mit "Saitenwynd" oder der Einsatz einer altdeutschen Sackpfeife - die Musiker haben sich schon immer Experimentierfreude auf ihre Fahnen geschrieben. Das will die 2007 gegründete Gruppe auch auf ihrer ersten CD beweisen. Dem Song "Devil's Dance" verleihen Bläser, Streicher und ein Piano eine ganz eigene Note. Das Resultat ist eine Mischung aus Kirmesmusik, Dancefloor, Metal und Walzer. "Im Studio werden echte Instrumente, arrangiert von uns selbst, zum Einsatz kommen. Die Blasmusiker stammen vom Musikverein Ludwigschorgast, die Geiger von der Berufsfachschule für Musik in Kronach", verrät Philipp. Der Walzer am Ende des Stückes werde von einem renommierten Pianisten eingespielt. Beim fünften "Rise Of Chaos"-Festival im "Neopomuk" stellen die Musiker ihr Debütalbum live vor.