Wülflingen gehört zum Landkreis Haßberge. Nur an Christi Himmelfahrt "fällt" der Ort immer öfter in Schweinfurter Hand - zumindest, wenn es um den traditionellen Wässernachlauf über 9,5 Kilometer geht. Zum fünften Mal in Folge - das ist neuer Rekord - lief Michael Wetteskind von der DJK als Erster durch den Zielkanal. Bei den Frauen ist die Dominanz der Nachbarn aber unterbrochen. Nachfolgerin von Elke Vollert und Eva Baunach, die nicht am Start waren, wurde Sophia Messingschlager vom SC Stettfeld.
Und dies gleicht einer faustdicken Überraschung, denn die erst 16-Jährige holte sich gleich bei ihrem allerersten Start in Wülflingen den ersten Sieg. Ihre Zeit: 38:44 Minuten, über vier Minuten schneller als die Zweitplatzierte Amelie Dornberger (SV Altenschönbach, 42:46) und Elke Beierlieb (LG Veitenstein, 43:47). Verständlich, dass die Freude bei ihr groß war. "Super. Spitze. Das hätte ich nicht gedacht, aber ich bin richtig froh", lautete Sophias Fazit kurz nach dem Zieleinlauf. Mit ihrer Zeit war sie ebenfalls "sehr zufrieden. Unter 40 Minuten war mein Ziel." Fakt ist, dass die junge Läuferin sozusagen auf den Geschmack gekommen ist, sodass der Termin "Wässernachlauf" - auch für die Titelverteidigung - nun dick im "Smartphone-Kalender" eingetragen wird.


Simon Kandler auf Platz 2

Platz 2 hinter Wetteskind holte sich bei den Männern Simon Kandler (SG Eltmann, 34:47 Minuten) vor "Altmeister" und mehrfachem Wässernach-Sieger, Lokalmatador Ulli Pfuhlmann (34:52) aus Ebelsbach vom "Team Mainathlon". Schweißüberströmt, aber sehr zufrieden war er nach seinem Zieleinlauf. Vor allem mit der Zeit, die um einiges besser war als im Vorjahr, als er nach 35:08 Minuten - also 16 Sekunden später als am Donnerstag - den ebenfalls beachtlichen siebten Platz holte. "Man wird ja nicht jünger. Von daher ist es noch höher zu bewerten", lachte der 49-Jährige, der 2018 "definitiv" im Blick hat: "Es macht nach wie vor Spaß."
"Auf jeden Fall", bekräftigte Michael Wetteskind, dass der Lauf quasi für ihn gemacht ist. "Das Rauf und Runter, unterschiedlicher Untergrund, das macht einfach Spaß", strahlte der 31-Jährige. Er zeigte sich jedenfalls "stolz" auf den Rekord von fünf Siegen hintereinander. "Wenn mir das vor zehn Jahren jemand gesagt hätte ...". Und es spricht für ihn nichts dagegen, den Rekord 2018 weiter auszubauen. "Also wenn ich fit bin, bin ich wieder dabei."
Insgesamt zeigten die knapp 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter auch Landrat Wilhelm Schneider, den zahlreichen Zuschauern bei tollen äußeren Bedingungen wieder Laufsport vom Feinsten. Nicht nur beim Hauptlauf, sondern auch beim Schülerlauf über zwei Kilometer (Sieger waren Karl Deeg von der TG 48 Schweinfurt wie 2016 in 6:47 Minuten und - neu - Johanna Baunach von der DJK Schweinfurt in 7:32 Minuten), beim knapp 400 Meter langen Bambinilauf und beim Walking- beziehungsweise Nordic-Walking-Lauf (sieben Kilometer).
Und einen weiteren Gewinner, das Sonderpädagogische Förderzentrum "Franz-Ludwig-von-Erthal-Schule", gab es zudem: Die benötigte Teilnehmerzahl von 200 beim "Wettlauf, der eigentlich gar kein Wettlauf sein will" wurde knapp übertroffen. Ein Eltmanner Optikgeschäft spendet deshalb nun 500 Euro.
Seit der Premiere im Jahr 2013 kamen bereits die Lebenshilfen Haßberge und Schweinfurt (Werkstatt in Augsfeld), Caritas, die Eltmanner Kinder- und Jugendhilfe sowie nun das Förderzentrum aufgrund der Teilnahme von Hobby- und Freizeitläufern in den Genuss von Geldspenden.