Christiane Reuther

"Die Dorferneuerung in Westheim ist eine Erfolgsgeschichte." So sieht es jedenfalls Johannes Krüger vom Amt für Ländliche Entwicklung. In einer Feierstunde im "Offenen Treff" blickte Krüger anhand einer Bildpräsentation auf die erfolgreich abgeschlossene Maßnahme, für die es von der Anordnung des Verfahrens bis zur Ausführungsanordnung des Flurbereinigungsplans "nur" elf Jahre bedurft habe.
Nach all den Jahren intensiver ehrenamtlicher Arbeit war es Krüger eine besondere Ehre, Vorstandsmitglieder der Teilnehmergemeinschaft Westheim II zu ehren. Als Dank für ihre konstruktive Arbeit erhielten sie eine Urkunde und ein Dokumentationsheft, das die Erfolgsgeschichte der Dorferneuerung Westheim in Bildern, Daten und Fakten zusammenfasst.
Bei einer umfassenden Dorferneuerung müsse man viele Belange beachten, unterschiedliche Meinungen ausdiskutieren und gesetzliche Vorgaben berücksichtigen, erläuterte Krüger. Eine Baumaßnahme sei der anderen gefolgt, und längerer Stillstand sei dank des Engagements des Vorstands und der Gemeinde nicht zu beklagen gewesen. Ein besonderer Dank galt hier dem örtlich beauftragten Vorstandsmitglied Josef Bauer. Er erhielt dieses Jahr die Staatsmedaille in Bronze für seine langjährigen Verdienste in der Ländlichen Entwicklung. Der Dialog mit den Bürgern, den vor allem Josef Bauer aufrechterhalten habe, sei immer zentraler Bestandteil des Projekts gewesen.
Laut Johannes Krüger mussten immer wieder Herausforderungen gemeistert und etliche Maßnahmen auf den Weg gebracht werden. Die Gestaltung des Dorfplatzes, der Fledermauskeller am Friedhof, die Eschenauer Straße mit Einbeziehung des Kindergartenumfeldes sind nur einige der Verschönerungen, auf die Krüger näher eingegangen ist.


60 Flurstücke vermessen

Für mehr Lebensqualität sorgen unter anderem 35 neu gepflanzte Bäume. Ebenso gelang es in der kurzen Zeit, 60 Flurstücke zu ordnen und zu vermessen. Insgesamt flossen 1,4 Millionen Euro in die Maßnahme; hiervon sind 768 000 Euro Zuschüsse von Bund, Land und Europäischer Union. Knapp eineinhalb Kilometer Straßen und Wege wurden neu gestaltet. Über die Aufwertung des öffentlichen Raumes hinaus gab es 23 Projekte zur Erneuerung von ortsbildprägenden privaten Anwesen.
Die Aufgabe des Vorstandes der Teilnehmergemeinschaft war es, die von den Bürgern in der Vorbereitungsplanung entwickelten Ideen zur Dorfentwicklung zu konkretisieren, zu priorisieren und umzusetzen. Dabei befand sich der Vorstand stets im Spannungsfeld zwischen Bürgern, Gesetzen, Gemeinderat, dem Amt für Ländliche Entwicklung als Genehmigungsbehörde und anderen Behörden und Trägern öffentlicher Belange. Ein starker Grundstein für weitere voranbringende Schritte wie etwa die Weiterentwicklung des ehemaligen Gasthofes "Schwarzer Adler", die laut Krüger der Dorfgemeinschaft zugutekommt, sei gelegt.
Das Meisterstück habe darin bestanden, die teilweise entgegengesetzten Interessen unter einen Hut zu bringen und das Dorf zur Zufriedenheit aller Beteiligten zu entwickeln. Dies ist laut Aussage von Bürgermeister Stefan Paulus in Westheim bestens gelungen. Sein Dank galt allen Beteiligten, federführend Johannes Krüger, der sich als verlässlicher Gesprächspartner für alle Ideen offen gezeigt habe.
Paulus ist sich sicher, dass sich Westheim dank dem bürgerschaftlichen Engagement zu einem Musterdorf im Landkreis entwickeln könne. In seinen Dank schloss Paulus auch die anwesenden Westheimer Gemeinderäte Martina Döllner und Peter Werner sowie Martin Mantel von der Bauverwaltung ein.