Zugegeben: Sie machten es am Ende noch einmal selbst spannend. Und ja, sie können sich auch beim TSV Limbach bedanken, weil der eine Woche zuvor im Topspiel um Platz 2 bei der SG TSV Wülflingen/1. FC Haßfurt II gepunktet hatte. Weil beiden spielfreien Kontrahenten am letzten offiziellen Spieltag dann nur die Zuschauerrolle blieb, hatten die Akteure des SV Neuschleichach in der A-Klasse 5 trotz der Niederlage beim SC Stettfeld die große Chance, den Sack mit einem Dreier endgültig zuzumachen. Gegen die Spfr. Steinsfeld ließen sich Spielertrainer Jonas Schmitt und seine Teamkollegen trotz Spannung und Zittern bis in die Nachspielzeit nicht mehr die Butter vom Brot nehmen, siegten hauchdünn mit 2:1 und dürfen nun die fünfte Meisterschaft in der 68-jährigen Vereinsgeschichte feiern.
Letztlich hat sich die beste Hinrunden-, aber nur drittbeste Rückrundenmannschaft gegenüber der Konkurrenz durchgesetzt. "Ich bin wirklich stolz auf meine Truppe und was sie dieses Jahr geleistet hat", strahlte der "Meistermacher" nach dem Schlusspfiff freilich über das ganze Gesicht. Dazu gehöre auch "unsere Zweite mit unserem Betreuer Armin Oppelt", die in der B-Klasse ebenfalls "eine Wahnsinns-Runde" gespielt hat und Vierter der Tabelle wurde. "Besonderen Dank an alle, die rund um den Verein und der Mannschaft tätig sind. Egal ob Vorstandschaft, Fans, Trainer- und Betreuerstab oder die Spielerfrauen, die oft auf die Jungs verzichten mussten und wahrscheinlich die nächsten Tage nach der Meisterschaft noch ein wenig auf ihre Männer verzichten müssen", grinste Jonas Schmitt.
Doch dies machen die Damen vermutlich gerne, denn die sportlichen Leistungen ihrer Männer in der Saison 2016/2017 sind aller Ehren wert. 24 Spiele, 16 Siege, fünf Unentschieden und nur drei Niederlagen bei einem Torverhältnis von 85:35 verdienen Respekt.


Der Titel war nicht geplant

Die Meisterschaft, betont der 33-jährige Spielertrainer, der nach seinem Weggang beim damaligen Bezirksoberligisten TSV Knetzgau seit Sommer 2012 die sportlichen Geschicke bei seinem Heimatverein leitet, war nach der schlechten Saison im vergangenem Jahr mit Platz 13 und dem Klassenerhalt "am Grünen Tisch" ursprünglich nicht geplant. "Auch wenn wir wussten, dass wir in den vergangenen Jahren aufgrund der Ausfälle wichtiger Leistungsträger sicher weit unter Wert gespielt haben. Unser Ziel vor der Saison war es, einen vorderen einstelligen Tabellenplatz zu erzielen", räumt er ein. Es kam letztlich anders. Und es gibt, nicht nur aus seiner Sicht, einige Faktoren für den Erfolg: "Sicher die Tatsache, dass wir uns mit Sven Schwaten und Pascal Burgis noch einmal qualitativ verbessert haben und wir größtenteils von schlimmeren Verletzungen verschont geblieben sind", ist sich Jonas Schmitt sicher. Als wesentlichen Faktor bezeichnet er aber den "Zusammenhalt und die Geschlossenheit, die wir in den meisten Fällen an den Tag gelegt haben". Egal ob beim Spiel, im Training oder bei sonstigen Aktivitäten. "Wenn man auch schon die vergangenen Runden betrachtet und trotz der Misserfolge im Schnitt immer eine Trainingsbeteiligung von 15 Mann hat, zeigt es, welchen Charakter diese Truppe hat. Großen Respekt vor den Jungs."
Eine wichtige Rolle spiele zudem Otmar "Otti" Schäder, der Schmitt seit dieser Saison von der Außenlinie "super unterstützt". Und da sind auch noch die Fans des SVN. "Ich glaube, dass ich mit Fug und Recht behaupten kann, dass wir die Mannschaft der Liga sind, die vor den meisten eigenen Zuschauern spielt. So hatten wir auch dieses Jahr wieder einige Auswärtsspiele mit Heimspielcharakter", gibt es ein Sonderlob in Richtung des treuen Anhangs.
Am Ende war es sicher nochmals sehr eng. Zweifel, oben zu stehen, kamen jedoch "eigentlich nie so richtig" auf. "Vor allem", macht Schmitt deutlich, "weil wir uns lange nicht mit dem Thema Meisterschaft beschäftigt haben." Als es dann in die heiße Phase ging, war es das Heimspiel gegen Zell, das 2:2 endete, in dem diese Gedanken so richtig aufkamen. "Ja, da schwankte bei mir die Stimmung zwischen Zweifel und Zuversicht", räumt er ein.
Nun geht der Blick beim SVN nach vorne. Sportliches Ziel ist es demnach, in der Kreisklasse "einen guten Start" zu erwischen, "um etwas beruhigter in eine Saison zu starten als in den letzten Jahren. Dann sehen wir, was drin ist." Als Abgang steht bislang nur Marcel Nastoll fest, der zum SV Fatschenbrunn wechselt. Als Neuzugang steht Jugendspieler Adrian Eichhorn in den Startlöchern. Das "ein oder andere Gespräch" werde derzeit noch geführt. "Sonst ist mir nichts weiter bekannt, und ich habe gerade aufgrund des Aufstiegs auch das Gefühl, dass jeder richtig Bock hat, mit dieser Truppe die Kreisklasse zu rocken."