Mit nicht allzu großen Erwartungen sind die beiden Bamberger LG-Mehrkämpfer Oliver Leibbrand (U20) und Samuel Düsel (U20) nach Erding zu den bayerischen Mehrkampfmeisterschaften gefahren. Sie standen zwar in der bayerischen Bestenliste im vergangenen Jahr in der Altersklasse U18 auf den Plätzen 2 und 7, mussten sich aber in diesem Jahr als jüngerer Jahrgang in der U20 bewähren. Zu aller Überraschung landeten sie nach einem harten Fünfkampf-Tag auf dem zweiten und dritten Podestplatz.
Der Auftakt über die 100 m lief gleich für beide LGB-Leichtathleten sehr zufriedenstellend. Sowohl Leibbrand (11,62 Sek.) als auch Düsel (11,64) liefen nahe an ihre Bestzeiten heran. Beim Weitsprung kosteten die drei Versuche bei böigem Wind und in praller Sonne schon mehr Nerven. Glücklicherweise traf Leibbrand beim zweiten Versuch das Brett optimal und freute sich über eine neue persönlichen Bestweite von 6,37 m. Düsel dagegen kam nicht so gut zurecht und musste sich mit 5,70 m zufriedengeben. Es folgte Kugelstoßen, die schwächste Disziplin von beiden. Erstmals mit der Sechs-Kilogramm-Kugel stoßend, hielten sich die Punktverluste von Leibbrand (10,19 m) und Düsel (9,10) noch im Rahmen, stieß doch die Konkurrenz zum Teil drei bis vier Meter weiter.
Ab da war bei beiden jungen Bambergern der Kampfgeist geweckt. Bei dem sich lang hinziehenden Hochsprungwettbewerb behielten beide die Nerven und übersprangen starke 1,82 m.
Für Leibbrand war das neue persönliche Bestleistung, für Düsel nach einer länger anhaltenden Fußverletzung im Winter die Einstellung seiner persönlichen Bestleistung vom Vorjahr. Ehrgeizig wie beide sind, verausgabten sie sich noch im abschließenden 400-m-Lauf, ihrer Paradedisziplin, für eine neue persönliche Bestzeit. Leibbrand wurde sogar mit hervorragenden 51,74 Sek. Zweiter in den gesamt drei Läufen hinter einem Italiener, der außer Konkurrenz lief. Düsel wurde in diesem Lauf Letzter, freute sich aber dennoch über starke 52,69 Sek. Am Ende eines langen Wettkampfes nahmen sie stolz die Silber- (Leibbrand, 3273 Punkte) und Bronzemedaille (Düsel, 3017) in Empfang. id