Die 18 Klubs der Fußball-Bayernliga Nord haben die vierte Saison nach der Ligareform 2012 hinter sich gebracht. 34 Spieltage mit 304 Begegnungen sind über die Bühne gegangen. Zwei Partien wurden nicht ausgetragen, weil der FC Eintracht Bamberg zweimal nicht antrat.
Die zweithöchste bayerische Spielklasse, in der sechs Mannschaften aus Unterfranken, fünf aus Oberfranken, drei aus der Oberpfalz, drei aus Mittelfranken und mit dem VfB Eichstätt erstmals ein Team aus Oberbayern gespielt haben, war eine vom Leistungsvermögen sehr zerrissene Spielklasse. Da war einerseits die Spitzengruppe mit fünf Teams, die sich deutlich absetzte und die bis zum letzten Spieltag spannend blieb. Am Ende wurde der SV Seligenporten Meister und schaffte damit die direkte Rückkehr in die Regionalliga Bayern. In der Relegation gelang das auch der SpVgg Bayern Hof gegen den bisherigen Regionalligisten SV Viktoria Aschaffenburg. Hof wurde zwar nur Dritter, aber Vizemeister VfB Eichstätt hatte keine Lizenz beantragt, und so rückten die Hofer nach.
Im "Tabellenkeller" belegten drei Klubs aus Oberfranken die drei letzten Plätze. Absteigen musste der FC Eintracht Bamberg, der durch seinen Insolvenzantrag für Aufregung sorgte. Zweimal trat der FCE nicht an, wovon die SpVgg SV Weiden und der Stadtrivale DJK Bamberg im Form von drei Punkten profitierten. In der Abstiegs-Relegation stiegen der ASV Burglengenfeld (15.) und die SpVgg Jahn Forchheim (16.) ab, während der VfL Frohnlach als Siebzehnter sich noch in der kurzfristig neu angesetzten dritten Relegationsrunde gegen den SV Erlenbach rettete.
Zweimal wurde der Relegationsmodus nach Ende der regulären Saison angepasst. So durfte sich der SV Erlenbach einen Tag nach dem letzten Spiel über den plötzlichen Klassenerhalt freuen, weil der Vierzehnte nun doch nicht an der Relegation teilnehmen musste. Auch die Auslosung, dass der Vorletzte aus Frohnlach ein Freilos erhielt und nicht der um einen Platz besser gestellte Verein aus Forchheim, hatte einen Beigeschmack. Dass Burglengenfeld auf die Möglichkeit verzichtete, an der kurzfristig eingeführten dritten Runde teilzunehmen und somit den Abstieg in Kauf nahm, ist bemerkenswert. Der Relegationsmodus steht immer wieder in der Kritik, diesmal umso mehr.

4 Spieler haben keine einzige Minute bei ihrem Verein gefehlt. Dauerbrenner waren Martin Holek, Andre Biermeier (beide SpVgg Bayern Hof), Benjamin Schmidramsl (VfB Eichstätt) und Stefan Schnaus (ASV Burglengenfeld). Elf weitere Kicker haben ebenfalls alle 34 Partien für ihren Klub absolviert, aber nicht die volle Zahl von 3060 Minuten erreicht.

5 0 3 Spieler wurden in dieser Saison in den 304 Begegnungen eingesetzt. 582 Akteure standen auf den Spielberichtsbögen.

2 3 Trainer standen an der Seitenlinie. Beim SV Seligenporten hatten Florian Schlicker und Serdal Gündogan gleichberechtigt das Sagen. Nur drei Klubs, übrigens wie in der Vorsaison auch, haben ihre Chefcoaches ausgetauscht. Beim Würzburger FV musste Christian Graf nach acht Spielen gehen. Sportchef Martin Lang half ein Spiel aus, ehe Marc Reitmaier übernahm und das Team, das zur Winterpause Letzter war, noch zum direkten Klassenerhalt führte. Zur Halbzeit der Saison entließ der FC Eintracht Bamberg Norbert Schlegel und holte Petr Skarabela zurück, der da noch nicht wusste, was mit der Insolvenz auf ihn zukommen sollte. Aber Skarabela zog die Sache durch, verdiente sich dadurch großes Ansehen. Im Winter verließ Jürgen Baier den SV Erlenbach, weil er zum Regionalligisten SV Viktoria Aschaffenburg wechselte. Es folgte Marco Roth, dem am Ende der Klassenerhalt vom BFV geschenkt wurde.

9 4 6 Tore wurden erzielt, was einen Schnitt von 3,11 Treffern pro Partie bedeutet (Vorjahr 3,06). Torschützenkönig wurden Christian Breunig (Haibach) und Martin Holek (Hof) mit je 28 Treffern. Es folgen Bastian Herzner (25, Eltersdorf und Seligenporten), Sebastian Schulik (24, Feucht), Alassane Kane (17, FCE Bamberg und DJK Bamberg), Atdhedon Lushi (17, Eichstätt), Josef Rodler (16, Weiden), Florian Grau (16, Eichstätt) und Benjamin Epifani (14, Burglengenfeld).

9 8 3 3 1 Zuschauer kamen in die 18 Stadien, ein Schnitt von 323 Besuchern pro Partie (Vorjahr 342). Das ist erneut ein Rückgang von rund 16 000 Interessierten insgesamt. In der Bayernliga Süd lag der Schnitt bei 283 Besuchern pro Match, also deutlich niedriger und exakt wie im Vorjahr. Zuschauerkrösus im Norden ist die SpVgg Bayern Hof mit einem Schnitt von 887 Interessierten. Es folgen Burglengenfeld (424), Großbardorf (395), Würzburg (391), Weiden (361), Eichstätt (345), FCE Bamberg (342), DJK Bamberg (315), Erlenbach (307), Seligenporten (295), Haibach (288), Aubstadt (272), Sand (268), Forchheim (230), Feucht (225), Eltersdorf (196), Frohnlach (161) und Jahn Regensburg II (114). Der beste Besuch in dieser Spielklasse wurde mit 2490 Zuschauern am letzten Spieltag im "Endspiel" SpVgg Bayern Hof gegen den TSV Großbardorf erreicht. 1218 Besucher sahen das Bamberger Stadtderby zwischen der DJK und dem FC Eintracht. Das Rückspiel fiel aus. Die Minuskulisse wurde bei der Partie SSV Jahn Regensburg II gegen den SC Eltersdorf mit 40 Anwesenden gezählt.

4 5 Rote Karten (Vorjahr 40) gab es sowie 61 Mal "Gelb-Rot" (Vorjahr 58). Verschont von Roten Karten blieben der ASV Burglengenfeld, der Meister SV Seligenporten und die SpVgg SV Weiden. Großbardorf, FCE Bamberg, Würzburg und Haibach waren nur mit einmal Rot betroffen. Acht Rote Karten sammelte der SC Eltersdorf, und sechs Frohnlacher wurden mit "Rot" des Feldes verwiesen. Ohne "Gelb-Rot" kamen die Spitzenklubs aus Großbardorf und Hof durch. Die beiden Aufsteiger aus Sand und Feucht kassierten je siebenmal "Gelb-Rot". Regensburg II (6) sowie Forchheim und Eltersdorf mit je fünf Ampelkarten folgen. Erster in der Fairness-Wertung ist der Neuling Burglengenfeld mit 54 Punkten. Auf den weiteren Plätzen folgen Großbardorf (61), Weiden (66) und FCE Bamberg (77). Schlusslicht ist der VfL Frohnlach mit 149 Punkten.