Im Mai 2021 wurden im Rahmen der bundesweiten Modernisierungsoffensive der Bundeswehr nach rund dreijähriger Bauzeit zwei neue Unterkunftsgebäude in Wildflecken in Betrieb genommen. Einheiten, die einen Truppenübungsplatzaufenthalt nach Wildflecken verlegen, dürfen sich also ab sofort auf eine moderne Unterbringung freuen.

Die meisten Gebäude in Wildflecken stammen größtenteils noch aus den 1930er Jahren und entsprachen nicht mehr dem modernen Standard der Unterbringung. Viele sind inzwischen von Grund auf saniert, bei einigen anderen war jedoch die Bausubstanz so schlecht, dass sie aus der Nutzung genommen werden mussten, heißt es in einer Pressemitteilung der Bundeswehr.

So auch bei den Vorgängerbauten der neuen Unterkunftsblöcke 194 und 195. Deshalb wurde bereits 2015 damit begonnen, die alten Gebäude abzureißen, um freie Flächen für Neubauten zu schaffen.

Eigentlich hatten sich die beteiligten Stellen auf eine feierliche Einweihung gefreut, wegen der Pandemielage wurde die Übergabe der Gebäude vom Staatlichen Bauamt Schweinfurt über die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und über das Bundeswehrdienstleistungszentrum (BwDLZ) an den Kommandant Truppenübungsplatzkommandantur Wildflecken dann aber nur im kleinen Kreis vollzogen.

Im Erdgeschoss befinden sich Büros, Besprechungsräume, die Waffenkammer und Mehrzweckräume zum Beispiel für die Einrichtung kleinerer Gefechtsstände. Auf demselben Flur sind die Stuben für Offiziere und Unteroffiziere. Die Mannschaften sind in etwas geräumigeren Vier-Mann-Stuben im Obergeschoss untergebracht - insgesamt rund 80 Betten pro Gebäude. Eine ganze Kompanie samt Funktionsbereichen findet hier Platz.

Der Truppenübungsplatz Wildflecken ist für sein raues Klima bekannt. Nach einem langen regnerischen Geländetag hängt den Soldaten oft sprichwörtlich noch "der halbe Übungsplatz" in den Uniformen. Auch daran haben die Planer gedacht und schaffen mit frostfreien Stiefelputzräumen inklusive separatem Eingang, großzügigen Trockenräumen und einer kompletten Gebäudelüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung für Abhilfe. "Die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ist Teil des energetischen Gesamtkonzeptes", erläutert Maximilian Knieß, zuständiger Abteilungsleiter Hochbau beim Staatlichen Bauamt Schweinfurt. Auch die Photovoltaikanlage auf dem Dach ist ein Novum in der Rhön-Kaserne. Die beiden Gebäude sind baugleich und kosteten inklusive der Abrissarbeiten je 3,5 Millionen Euro. Betreiber der Gebäude ist das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Hammelburg. red