Die Klimaschutzbewegung "Fridays for future" hat sich zurückgemeldet: Etwa fünf Dutzend Menschen forderten am späten Freitagnachmittag mit einem Fahrradkorso durch Coburg, die dominante Rolle des Autos beim Individualverkehr zugunsten von Fußgängern und Fahrradfahrern zurück zu drängen. Den Umwelt- und Klimaschützern von "Fridays for future" hatten sich Aktivisten von "Critical Mass" angeschlossen.

"Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut", war einer der Slogans, die sich gegen ein "Weiter so" beim Klimaschutz und gegen die ungebremste Autokultur wendet. Ein Den Passanten und Autofahrern wurde zugerufen: "Leute lasst das Auto steh'n, wir woll'n euch auf dem Fahrrad sehen!"

Vom Albertsplatz pedalierte der bunte Zug durch das Ketschentor und die Max-Brose-Straße zum Verkehrskreisel an der Südzufahrt, der den Wendepunkt markierte. Weiter führte die Route durch die Ketschendorfer Straße, über die Obere Anlage und Oberen Bürglaß in die Bahnhofstraße. Am Bahnhof vorbei wurde die Kasernenstraße erreicht und nach der Passage des Steinwegs der Marktplatz für die abschließende kurze Kundgebung. In der Oberen Anlage hatte der Zug das vorausfahrende Polizeiauto verloren, denn spontan war der Tross kurzerhand in die Untere Anlage abgebogen. Vor dem Einbiegen aus der Mohren- in die Lossaustraße fand man sich aber wieder. Die Beamten wiesen auf die Pflicht hin, dass die genehmigte Route doch nicht zu verlassen sei, aber die kurzzeitige Irritation tat dem entspannten Klima keinen Abbruch.

Helena Lakemann, Sprecherin für "Fridays for future", gab vor der Aktion das Ziel aus, dass in den nächsten fünf Jahren der Fahrradanteil am Gesamtverkehr ein Viertel betragen müsse. "Die Innenstädte müssen für Autos unattraktiver werden, Fußgänger und Radfahrer brauchen mehr Sicherheit im Straßenverkehr." Seit 30 Jahren, so die Aktivistin, produziere der der motorisierte Verkehr immer mehr klimaschädliches CO2.

Johannes Wagner, Kinderarzt und bei "Critical Mass" engagiert, wies auf den verbindenden Charakter des Radfahrens hin, das keine Alters- und keine sozialen Schranken kenne. Weiter nannte er den positiven gesundheitlichen Aspekt dieser Fortbewegungsart. "Viele Menschen, die das Rad nutzen, fühlen sich in Deutschland und Coburg nicht sicher auf den Straßen, der Nicht-Autoverkehr wird durchgehend benachteiligt."