Die Situation ist bei allen Waldbesitzervereinigungen (WBV) die gleiche: Die Menge des vermarkteten Holzes ist gewaltig angestiegen, gleichzeitig sind die Erlöse immens eingebrochen. Schuld daran sind Corona und der Borkenkäfer. Ganz besonders hat es die WBV Hollfeld mit ihren knapp 1600 Mitgliedern aus den Landkreisen Bamberg, Bayreuth und Kulmbach erwischt.

"Der Umsatz hat rapide abgenommen und ist um etwa ein Drittel eingebrochen", sagt Vorsitzender Christian Dormann. Gleichzeitig sei die Menge des für die Mitglieder vermarkteten Holzes von rund 25 000 auf etwa 30 000 Festmeter angestiegen.

"Es war kein schönes Jahr", blickt der Vorsitzende auf 2020 zurück. "Den Wald zu Grabe zu tragen, das ist eigentlich nicht das, was wir wollen", so Dormann. Eine Berg- und Talfahrt habe es ja schon immer gegeben, aber nicht so extrem.

Mehr als 90 Prozent der vermarkteten Holzmenge seien Fichten gewesen, über zwei Drittel davon Schadholz. Doch manche Säger hätten gar nicht mehr unterschieden zwischen Käferholz und gesunden Bäumen. Stattdessen hätten sie nur mehr Einheitspreise geboten. Wenn die Menge des vermarkteten Holzes nicht noch größer ausgefallen sei, dann nur deshalb, weil sich viel Holz über den Jahreswechsel hinaus auf den Lagerplätzen befand und erst jetzt so langsam in die Vermarktung gelangte. Zum Glück für die Waldbesitzer, denn die Preise ziehen wieder an.

Sprunghaft angestiegen sei mittlerweile die Vermittlung von Pflanzen. "Es tritt das ein, was wir befürchtet haben", sagt Dormann. Teilweise seien gar keine Laubhölzer mehr zu bekommen - und wenn, dann zu horrenden Preisen. "Teilweise müsse das Doppelte bezahlt werden", weiß der Vorsitzende. Man könne nur hoffen, dass sich die Lage wieder entspannt, damit die Waldverjüngung wieder angegangen werden kann.

Auch bei der WBV Hollfeld hat die Abwicklung der Bundeswaldprämie im zurückliegenden Jahr einen großen Teil der Arbeit ausgemacht. Eine Besonderheit in Hollfeld ist, dass alle Mitglieder bereits PEFC-zertifiziert sind. "Das hat uns viel Arbeit erspart", so der Vorsitzende. Wahrgenommen hätten das Angebot der Prämie etwa 60 Prozent der Mitglieder.

Heuer sei es wichtig, zu investieren. Zum einen in Personal, zum anderen in Technik. So soll die Geschäftsstelle in Treppendorf, die derzeit mit drei Forstkräften und einer Bürokraft besetzt ist, um eine Person ergänzt werden, um den Mitgliedern mehr Service bieten zu können. Zum anderen soll ein neuer Rückewagen gekauft werden.

Keine Rolle spiele derzeit der Markt mit Hackschnitzeln. Die Lager seien voll. Da sei es wie bei den Negativzinsen, man müsse für die Abholung sogar noch etwas verlangen.

Die knapp 1600 Mitglieder der WBV Hollfeld bewirtschaften zusammen eine Fläche von rund 12 400 Hektar. shf