Die Corona-Pandemie hinterlässt Spuren in der Gründungsstatistik - auch in Mainfranken. Das Gründungswachstum sinkt in der Region um 3,9 Prozent, heißt es in einer Pressemitteilung der IHK Würzburg-Schweinfurt. Im Landkreis Bad Kissingen gab es dagegen einen Anstieg der Gewerbeanmeldungen.

Basierend auf den Daten des Bayerischen Landesamtes für Statistik hat die IHK Würzburg-Schweinfurt die Entwicklung des Gründungsgeschehens in ganz Mainfranken sowie in den Teilregionen im ersten Halbjahr 2020 untersucht. Hierbei zeigt sich, dass die Anzahl der Gewerbeanmeldungen um insgesamt 141 niedriger ist als im Vorjahresvergleichszeitraum. Dies entspricht einem Rückgang um 3,9 Prozent.

Insgesamt wurden mainfrankenweit 3460 Gewerbeanmeldungen registriert, dem stehen 2628 Abmeldungen gegenüber. Der Gründungssaldo - also Differenz aus Gewerbean- und -abmeldungen - liegt für das erste Halbjahr 2020 bei +832.

Sehr unterschiedlich ist die Entwicklung in den Teilregionen Mainfrankens: "In Sachen Gründungswachstum zeigt sich ein heterogenes Bild. In der Stadt Würzburg sowie in den Landkreisen Bad Kissingen, Haßberge und Kitzingen verzeichnen wir einen Anstieg der Gewerbeanmeldungen, in den übrigen mainfränkischen Gebietskörperschaften hingegen einen Rückgang", so Sascha Genders, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der mainfränkischen IHK. Die Gewerbeabmeldungen hingegen gehen mit Ausnahme der Landkreise Rhön-Grabfeld und Kitzingen in allen mainfränkischen Gebietskörperschaften gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 zurück.

Es zeige sich aber auch, dass gerade Start-ups und Existenzgründer, die vor einiger Zeit gestartet sind, unter massivem Druck stehen. In Sachen Corona-Hilfen zeigt sich Genders daher besorgt: "Bislang fällt die Generation der Jungunternehmer durch das Raster, angekündigte Maßnahmen wie der Start-up-Booster bringen der breiten Masse an Existenzgründern faktisch gar nichts." Hier müsse angesetzt werden, wolle man nicht die Zukunft des Mittelstandes aufs Spiel setzen, erklärt Genders unter Verweis auf den Bedarf an Jungunternehmern im Zuge des demografisch bedingten Generationenwechsels. red