Die Eiseskälte macht auch dem städtischen Abwasserbetrieb zu schaffen. Bewegliche Anlagenteile im Freien wie Sandfangräumer oder Vorklärräumer sind sehr frostempfindlich, Sensoren und Reflektoren zur Steuerung der Anlage müssen schnee- und eisfrei bleiben, teilt die Stadt in einer Presseerklärung mit. Eine noch genauere Beobachtung der Anlagenteile, Sensoren und Reflektoren als üblich, sowie Schnee schippen und Eis kratzen gehören daher aktuell zu den Zusatzaufgaben an der Kläranlage Bad Kissingen - manchmal sogar rund um die Uhr. Denn durch schnee- und eisbedingte Störungen an diesen Komponenten steigt auch die Anzahl der Bereitschaftseinsätze.

Viele Abläufe in der Kläranlage werden über Sensoren und Reflektoren automatisch gesteuert. Um Störungen im Betrieb zu vermeiden, befreien die Mitarbeiter sie bei den aktuellen Witterungsbedingungen regelmäßig von Schnee und Eis. Reflektoren sind zudem empfindlich gegen starke Sonneneinstrahlung, die auch durch reflektierende Schneeflächen entstehen kann. Bei beeinträchtigter Funktion werden beispielsweise Lichtschranken unterbrochen. Friert ein Anlagenteil, etwa ein Drahtseil, fest oder sind Führungsschienen zu stark vereist, müssen die Mitarbeiter manuell eingreifen - zu jeder Tages- und Nachtzeit. Gerade bei Schnee und Eis benötigen die Mitarbeiter freien Zugang zu allen Anlagenteilen. Daher räumen sie die Verkehrswege auf dem Gelände der Kläranlage regelmäßig frei.

Streusalz erhöht die Nitratwerte

In der Stadt führt strenger Frost zu starker Streusalznutzung auf Straßen und Wegen. Durch das Schmelzwasser gelangen die gelösten Salze in die Kanalisation und in die Kläranlage. Starker Frost verzögertwiederum die biologische Abwasserreinigung und somit den Nitratabbau. Bei niedrigeren Temperaturen arbeiten die Mikroorganismen und Bakterien im Becken langsamer, der Reinigungsprozess dauert dementsprechend länger, kann aber mit dem Einsatz von Bakterien reguliert werden. Kanalreinigung und Untersuchung der Kanäle mit Kameras sind bei dem Frost nur in Notfällen möglich. Insbesondere durch ihre vermehrten manuellen Eingriffe an der Kläranlage stellen die Mitarbeiter die Betriebsabläufe trotz der Witterungsverhältnisse sicher. red