Hast du schon einmal darüber nachgedacht, deine Seele zu reinigen? Ein Genussmittel wegzulassen? Fleisch, Alkohol, Sexualität. Dein Auto. Dein Smartphone. So stand es kürzlich in einer Illustrierten.

Der Querläufer überlegt: Was bestimmt mein Leben? 4000 Trainingskilometer. 35 Wettkämpfe. Das sind nach Adam Riese 350 Stunden oder gut zwei Wochen, die der Querläufer im Jahr 2016 seinem Hobby gewidmet hat. Die Fahrtzeiten gar nicht eingerechnet. Braucht er das wirklich? Macht das Sinn? Fasten! Mit dem Aschermittwoch beginnt die Fasten- oder Passionszeit, die gemäß der christlichen Tradition, auf der sie beruht, 40 Tage umfasst und an Ostern endet. Dabei steht der bewusste Verzicht auf liebgewonnene Gewohnheiten im Vordergrund.

Also los! Oder etwa doch nicht? 40 Tage Fastenzeit ohne zu laufen. Das müsste doch zu verschmerzen sein. Auf keinen Fall. Die Zeit ließe sich sinnvoll einsetzen, meint die Läuferfrau. Für mich selbst, für meinen Lebensstil, für meine Familie. Die Läuferfrau hätte auf der Stelle 1000 Aufgaben. Alles, was seit Jahren aufgeschoben oder nur halb erledigt wurde und auf Fertigstellung wartet. Ich muss aufpassen, dass ich keine Fastendepressionen bekomme.

Fasten total ist angesagt, 40 Tage lang ohne feste Nahrung. Start mit Glaubersalz. Nur Säfte und abends eine klare Gemüsebrühe sind erlaubt. Und, so heißt es im Handbuch eines Fastengurus, man solle sich viel, aber gemäßigt bewegen. Spazierengehen, wandern. Die Zeit muss anders genutzt werden, zum Beispiel, um Kontakt aufzunehmen. In der Stille in seinen Körper hineinzuhören. Zeit zum Nachdenken. Ruhe in Dir selbst, ist da zu lesen. Der Querläufer spürt, wie Ruhe und Stille sein Dasein bereichern. Er spürt, wie wohltuend das Fasten ist. 40 Tage ohne zu laufen. Bis Ostern. Aummmmmhhh.

Da klingelt das Telefon: "Hallo Jochen, hast du Lust auf unsere Hausrunde?" Worte wie Donnerhall. Ich hatte erst eine zweiwöchige Pause wegen eines grippalen Infekts. Der Querläufer durchbricht seine Meditation. Springt in seine Laufklamotten. Schnürt die Laufschuhe und geht ab auf die Piste. Er fühlt, wie wohltuend das Fastenbrechen sein kann.

Run happy and smile!
Euer Querläufer